Historisch: Bezirk Jennersdorf taucht sich ganz in Rot

Mit einem Plus von 13,01 Prozent und 48,3 Prozent der Gesamtstimmen dominiert die SPÖ in allen zwölf Gemeinden. ÖVP mit größter Niederlage.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 29. Januar 2020 | 04:31
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Gespannte Blicke vor dem Jubel. Im SPÖ-Büro in Jennersdorf hatte Bezirkgeschäftsführerin Silvia Reczek unterstützt von Spitzenkandidat Ewald Schnecker wieder alle Hände voll zu tun. Gemeinsam wurde dann auf das Ergebnis (48,3 Prozent/+13,01 Prozent) angestoßen.
Foto: C. Fenz

Die SPÖ feierte auch im südlichsten Bezirk mit 48,3 Prozent einen Erdrutschsieg oder wie es Königsdorfs Bürgermeister und SPÖ-Listenzweiter Mario Trinkl ausdrückte: „Das war ein Erdbeben.“, und konnte 13,01 Prozent im Vergleich zu den Landtagswahlen 2015 einfahren und dominiert somit erstmals in allen zwölf Gemeinden des Bezirks. Für Bezirkschef Ewald Schnecker, der größte politische Erfolg seiner Karriere. „Ohne dieses Team, das Geschlossenheit demonstrierte und mit einem klaren Ziel vor Augen, seriöse Politik in die Gemeinden getragen hat, wäre das nicht möglich gewesen“, würdigt Schnecker alle Funktionäre und Wahlhelfer im Bezirk. Er selbst ist auch ganz besonders stolz auf das Verhältnis von Parteistimmen für die SPÖ und seinen rund 1.700 Vorzugsstimmen, „das eines der besten im Landesvergleich ist“, so Schnecker.

Für die ÖVP endet der Wahltag als großer Verlierer

Mit einem Minus von 2,44 Prozent, rutscht die VP unter die 30-Prozent-Hürde und verliert Hochburgen, wie die Stadt Jennersdorf und Weichselbaum an die SPÖ. Für Spitzenkandidat Bernhard Hirczy ein Schlag ins Gesicht. Seine politische Karriere steht auf dem Scheideweg, das Grundmandat hat er nicht erreicht, über die Landesliste schafft er den Sprung ebenfalls nicht in den Landtag. „Wir werden in den nächsten Tagen klären, wie es in der ÖVP im Bezirk weitergeht“, zeigt sich Hirczy enttäuscht. Ans „Aufhören“ wird gedacht, aber in Stein gemeißelt sei nichts. Über den möglichen Einzug in den Bundesrat — eine Entscheidung gibt es noch nicht — würde er nachdenken. „Die Entscheidung darüber liegt aber nicht bei mir“, so Hirczy.

Wenig zu lachen hatte auch die FPÖ, die mit 12,6 Prozent große Verluste von 6,54 Prozent einstecken musste. „Strache hat uns und unsere Wähler enttäuscht, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Das Ergebnis ist anzunehmen, aber es gibt auch gute Ergebnisse, wie in Poppendorf oder Mogersdorf“, analysiert FP-Spitzenkandidat Franz Schenk.

Die GRÜNEN liegen mit 6,8 (+0,36 Prozent) deutlich vor NEOS 1,5 Prozent und LBL mit 1,0 (-3,47 Prozent). „Man muss Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gratulieren — er hat auch wirklich gute Arbeit geleistet und echte sozialdemokratische Politik gemacht, die beim Menschen ankommt. Das sollte auch für die Bundespartei ein Weckruf sein: „Die Sozialdemokratie ist nicht tot, mit richtigem Einsatz und den richtigen Themen kann man gewinnen“, ließ Milan Nemling, Listenzweiter bei den GRÜNEN in Richtung Wahlsieger ausrichten. Zum Abschneiden der GRÜNEN sagt er: „Wir dürfen mit dem Wahlausgang nicht zufrieden sein - da ist mehr drinnen, selbst wenn es für uns im ländlichen Raum schwer ist, grüne Themen zu positionieren.“