Quo vadis, Jennersdorfer Bezirks-SPÖ?

Der Rudersdorfer SPÖ-Bezirksvorsitzende Ewald Schnecker, im Gespräch mit der BVZ über das Wahljahr, Veränderungen in der Bezirkspartei und politischen Nachwuchs.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:52
Lesezeit: 3 Min
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Seit 13 Jahren ist der Rudersdorfer Ewald Schnecker im Bezirk tätig.
Foto: David Marousek

Bezirksparteivorsitzender Ewald Schnecker ist seit 13 Jahren in seinem Amt auf Bezirksebene. Seit 2010 ist der im Zivilberuf als Polizist arbeitende Rudersdorfer auch im Landtag vertreten.

BVZ: Im Oktober stehen wieder Gemeinderatswahlen an. In Mühlgraben und Weichselbaum wurden schon erste Weichen gestellt, wird es noch weitere Veränderungen geben?

Auf allen drei Ebenen, also Land, Bezirk und Stadtpartei, braucht es geeignete Kandidaten Ewald Schnecker SPÖ Bezirksparteivorsitzender

Ewald Schnecker : „Nein, derzeit ist nichts geplant. In Jennersdorf laufen aktuell noch Gespräche, aber sonst stehen in allen anderen Gemeinden die Kandidatinnen und Kandidaten fest.“

Ist das Ziel neue Bürgermeisterposten zu gewinnen?

Schnecker : „Das Ziel wäre immer dazuzugewinnen. Wir würden uns über jeden weiteren Zugewinn freuen.“

Für die Bezirkspartei gibt es eine neue Bezirksgeschäftsführerin. Wie kam es dazu?

Schnecker : „Das SPÖ Bezirksbüro wird ab Feber Verstärkung erfahren. Beate Decker aus Königsdorf wird in Zukunft Silvia Reczek unterstützen.“

Warum kommt die Jennersdorfer Stadtpartei nicht in die Gänge? Was erwartet man sich bei der anstehenden Wahl, wenn man gleichzeitig die Absolute im Land aufweisen kann?

Schnecker : „Das ist eine gute Frage, aber es sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Auf allen drei Ebenen, also Land, Bezirk und Stadtpartei, braucht es geeignete Kandidaten. Da sind wir aktuell in Gesprächen und es wird in nächster Zeit eine Lösung geben.“

„Schadet“ der SPÖ hier die Bürgerliste JES, die augenscheinlich eine gute Gesprächsbasis bis hin zum Landeshauptmann aufweisen kann?

Schnecker : „Nein, die Zusammenarbeit mit der Bürgerliste funktioniert sehr gut. Auch auf Landesebene.“

Es wirkt aber so, als würde der Landeshauptmann Großprojekte wie die geplante Mehrzweckhalle eher mit der JES bei der Bauhofseröffnung ankündigen und nicht mit der eigenen SPÖ?

Schnecker : „Man muss die Kirche im Dorf lassen, die JES stellt eben den Bürgermeister. Stadtparteivorsitzender Peter Mut war aber immer bei allen Gesprächen in Eisenstadt dabei. Er hat auch viele Termine organisiert. Die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Reinhard Deutsch und Peter Mut funktioniert sehr gut. Ich höre, dass die Gespräche sehr respektvoll und auf Augenhöhe sind.“

Wie steht es um Politik-Nachwuchs in den eigenen Reihen? Haben die Jugendorganisationen genügend Zulauf?

Schnecker : „Ja das funktioniert. Pandemiebedingt haben sie aber dieselben Probleme, wie wir alle bei Veranstaltungen und Aktivitäten. Wir haben eine stabile Mitgliederentwicklung im gesamten Burgenland. In diesem Bereich bin ich nicht unzufrieden.“

Man hört, manch alternder Bürgermeister würde gerne aufhören, wenn es denn einen Nachfolger gäbe.

Schnecker : „Das Bürgermeisteramt ist eine sehr verantwortungsvolle Position. Für uns als SPÖ ist wichtig, dass dort geeignete Leute nachfolgen. Bei uns haben die Bürgermeister alle selbst entschieden, dass sie weiter machen wollen.“

Ist die Jugend „politikverdrossen“?

Schnecker : Das sehe ich im Burgenland überhaupt nicht. Aktuell funktioniert die Mitgliederwerbung ausschließlich über das persönliche Gespräch. Es gibt keine Aktivitäten, auch wenn diese die meiste Zeit vom Veranstaltungsverbot ausgenommen wären. Aber in letzter Konsequenz wäre es meine Verantwortung. Wenn da jemand schwer krank wird, wäre das meine Schuld.“

Wie lange wird Ihre Politikkarriere noch andauern?

Schnecker : „Wir werden das in sehr freundschaftlichen Gesprächen mit den Gremien beraten.“

Man hört, dass sich auch hier bereits Nachfolger in Position bringen.

Schnecker : „Nachfolger gibt es viele. Ich sehe einige Geeignete. Wir haben derzeit schon gute Leute.“

Ihre Meinung zum aktuellen Disput zwischen Landeshauptmann und Parteichefin Pamela Rendi-Wagner?

Schnecker : „Jeder spielt auf seiner eigenen Ebene und mein Beruf ist es, alles auf Bezirksebene zu regeln, dass es den Menschen hier gut geht.“

Was steht für 2022 im Bezirk an?

Schnecker : In den Gemeinden wird es etliche Projekte geben. In der Lichtregion haben wir uns Ende des vergangenen Jahres geeinigt, in allen Gemeinden Ladepunkte und Fahrradreparaturstationen zu errichten.“