Gegen Panikmache, aber pro Ernstnehmen und Aufklären. Grundsätzlich finde ich es richtig, dass auf Vernunft gesetzt wird, allerdings kann ich als Verkäuferin eines mittelgroßen Supermarktes sagen, davon war heute nichts zu bemerken!

Erstellt am 21. März 2020 (12:32)

Wir haben allein während meiner Vormittagsschicht mehrfach eine dritte Kasse benötigt, Leute jeden Alters, jedoch großteils Rentner, haben sich durch die Gänge geschoben, an Sicherheitsabstände war unmöglich zu denken. Ich kann nur bitten, appellieren Sie noch einmal in einem Artikel an die (scheinbar) weniger gut informierten älteren Menschen (Vielleicht, weil diese selten Internet benutzen?), mehr zu Hause zu bleiben!

Ständig hört man die lapidaren Worte "Ach, das ist so übertrieben, hier ist ja noch niemand krank!" - man will die Leute fragen, ob sie schon mal von Inkubationszeit gehört haben und wir Verkäufer können nur hilflos den Kopf schütteln über so viel Rücksichtslosigkeit und Ignoranz. Wir haben einen Risikopatienten, der jetzt vorsichtshalber in Krankenstand gegangen ist, aber was ist mit uns anderen Verkäuferinnen? Manche haben ihre alten Eltern, wie im Waldviertel oft noch üblich, in einem Mehrgenerationenhaushalt zu Hause. Oder krebskranke Kinder. Nierentransplantierte Angehörige und noch mehr.

Diese Leute gefährden uns mit ihrer Unvorsichtigkeit. Und wofür? ein paar Deka fein geschnittene Extrawurst oder Schinken in Oberskren? Aber nicht in Mengen, die für 3-4 Tage reichen, sodass sie erst in einigen Tagen wieder einkaufen müssten, nein ... wir wissen heute schon, wer morgen ERNEUT einkaufen wird. Und Mittwoch und Donnerstag. Nobel geht die Welt zugrunde!

Ich bin ganz klar GEGEN Panikmache, aber pro ERNSTNEHMEN und AUFKLÄREN. Man braucht Fakten und Informationen, damit die Leute endlcih begreifen, dass die Ausgangsbeschränkungen nicht zum Spaß da sind. Sie dienen unser aller Schutz, der Sicherheit des Gesundheitssystems.

Mein Appell an Sie: Ein Appell an die Bürger. Wir Verkäufer und viele andere, die in unverzichtbaren Jobs arbeiten, halten dieses Schiff über Wasser, aber wir können das nur machen, wenn die Kunden ihren Teil beitragen und in Maßen einkaufen ... nicht Massen! Wir setzen uns tagtäglich dem Risiko aus, infiziert zu werden und diese Krankheit nach Hause zu schleppen, zu unseren Angehörigen ...

Das Risiko sollte wenigstens minimieren und wir mit einem Minimum an Rücksicht wahrgenommen werden, denn so, wie in den letzten Tagen eingekauft wurde, kann es nicht weitergehen. Das war schlimmer als Weihnachten, Silvester und Ostern auf einem Haufen.

Ramona E. Laura