Gleichberechtigung für alle. Leserbrief zur Ungleichheit mit der in dieser schweren Zeit, die Betriebe behandelt werden.

Erstellt am 09. April 2020 (12:07)

Sehr geehrte Damen und Herren,

als erstes möchte ich festhalten, das ich durchaus hinten den ganzen Beschränkungen, die von der Regierung beschlossen wurden, stehe. Und das sage ich obwohl ich selber davon schwer getroffen bin.

Alle die jetzt sagen, dass vieles anders gemacht hätte werden können, das ist vielleicht möglich, dieses wird man aber erst im Nachhinein beurteilen können. Dieser Virus ist neu, man weiß bist jetzt noch nicht alles und wie sich dieser Virus verhält. Also bitte nicht jetzt so zu tun bzw. sagen man weiß alles besser, wenn nicht einmal die Forscher bis dato zuverlässig sagen können, was genau der richtige Weg oder die richtigen Beschränkungen sind.

Was ich aber leider überhaupt nicht verstehe, ist diese Ungleichheit mit der in dieser schweren Zeit, die Betriebe behandelt werden. Meiner Ansicht nach, hätte man von Anfang an, den offenhabenden Märkten vorschreiben müssen, dass sie in dieser Zeit nur Artikeln, die für den täglichen Gebrauch benötigt werden, verkaufen dürfen. Darunter fallen aber sicher nicht Blumen, Werkzeug, Elektrogeräte, Spielsachen, Gewand und noch viele andere Sachen die man bei diversen Lebensmittelhändlern zu kaufen bekommt. Was aber im Prinzip nichts neues ist, da das schon Jahre gang und gäbe ist, nur was haben diese Produkte in diesen Geschäften verloren. Das einzige was damit entsteht ist das der kleine Gewerbetreibende seine Kunden verliert und unter Preisdruck gerät. Das hat aber nichts damit zu tun das die Spanne bei den Gewerbetreibenden so hoch wäre, aber es macht halt einfach einen Unterschied, wenn man zum Beispiel in einem Jahr 10 Paletten bestellt oder für alle Filialen in Österreich einen Abnahmevertrag über mehr als 1.000 Paletten macht(Beispiel Erde), der Einkaufspreis ist ganz ein anderer. Was noch dazu kommt, das teilweise für die Märkte, diese Artikeln nur Lock Artikeln sind um Kunden in das Geschäft zu bekommen und daher die Gewinnspanne nebensächlich ist. Ich muss aber von diesen Produkten leben und meine Angestellten bezahlen. Frage, dürfen jetzt, im Sinne der Gleichberechtigung alle kleinen Gewerbetreibenden, wie Floristen, Fahrradhändler, Elektrohändler, und so weiter, in Zukunft auch Lebensmittel wie Wurstsemmeln, Nudeln, Milchprodukte, kurz und gut das ganze Sortiment an Lebensmittel, verkaufen? Den Aufschrei das einer damit jeden Tag 100.00,- € Verlust machen würde, kann möglich sein, rechnen Sie aber den Verlust von allen kleinen Betrieben zusammen die jetzt geschlossen sind, Ihre Frühjahrsware kompostieren können und vor dem Ruin stehen. Ich will nichts gegenrechnen, aber es sind mehr betroffen als ein Händler und auch ich habe teilweise meine Pflanzen vorbestellen müssen, die ich jetzt auch abnehmen muss, auch wenn ich sie nicht alle verkaufen werde können. Was meinen Verlust noch größer macht.

Und kann mir bitte einer erklären, warum die landwirtschaftlichen Gärtner offen haben dürfen, aber ich als Gewerbetreibender zu sperren muss? Wenn ich mir die landwirtschaftlichen Betriebe so ansehe, haben etliche das gleiche Sortiment im Verkauf, das ich auch habe, und ich finde nichts was ich verkaufe, was ein landwirtschaftlicher nicht verkauft. Es war vielleicht früher einmal so dass es da größere Unterschiede gab, diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Der einzige Grund warum es noch so viele landwirtschaftliche Betriebe gibt (bezieht sich nur auf Gärtner nicht auf die gesamt Landwirtschaft!), ist meistens, nicht bei allen, einfach der steuerliche Vorteil, manche haben auch zusätzlich das Gewerbe angemeldet. Nur fragen Sie einen Kunden ob er einen Unterschied erkennen kann, die meisten wissen das nicht einmal bzw. kämen gar nicht auf die Idee dass es da einen Unterschied gibt. Und als Draufgabe bewirbt ein Kollege das so, dass er deswegen offen haben darf, weil er die Pflanzen noch selber zieht. Das entspricht nicht ganz der Wahrheit, denn würde er nur das verkaufen dürfen, dass er selber produziert, hätte er ein sehr kleines Sortiment zum Verkauf und natürlich ziehen auch gewerbliche teilweise ihre eigenen Pflanzen. Unterm Strich bleibt der einzige Unterschied das die einen den landwirtschaftlichen Steuervorteil nützen und die anderen nur gewerblich sind. Daher ergibt sich auch, dass diese Betriebe, die beides haben, einmal um eine landwirtschaftliche Förderung und einmal um eine Gewerbliche Förderung ansuchen können, der dumme ist wieder der, der ein rein gewerblicher Betrieb ist. Dazu fällt mir noch eine sehr spannende Frage ein. Es gibt genaue Regeln, für was ein Bürger zur Zeit sein Haus verlassen darf, allerdings erkenne ich darin keinen lebensnotwendigen Grund, das Haus zu verlassen um Pflanzen in einer Landwirtschaftlichen Gärtnerei zu kaufen. Und bevor der Einwand kommt wegen den Lebensnotwendigen Gemüsepflanzen, die habe ich auch und die verkaufen das gesamte Sortiment an pflanzen nicht nur Gemüsepflanzen. Warum darf also der eine offen haben und der andere nicht und unter welcher Regelung fällt das, das man wegen dem das Haus verlassen darf.

Zwischendurch noch mal erwähnt, mir geht es rein um die Gleichberechtigung für alle…..

Und weil es gerade auch zum Thema passt, aber trotzdem nicht ganz das Thema Virus behandelt. Warum muss eine Gartenbauschule Pflanzen an den Endkunden verkaufen? Ist unser Schulsystem wirklich so marod das die Schule ohne diesen Umsatz nicht überleben kann??? Ist die Branche nicht schon so, mit seinen ganzen Mitbewerbern Lebensmittelhändler Baumärkte und so weiter, gestraft genug, muss jetzt wirklich eine Schule der eigenen Branche die Kunden wegnehmen. Am Anfang hat es ja noch geheißen das ist nur für die Eltern der Schüler gedacht. Ok mit dem könnte ich leben, wozu man aber dann extra einen Verkaufsraum schafft und diesen Freitagsverkauf auch überall, sogar mit eigenem Transparent und Plakaten, bewirbt ist mir nicht klar. Als zweites wurde dann erklärt es ist rein für die Schüler das Sie den Umgang mit der Registrierkasse erlernen können. Da ich selber damals vor der Entscheidung stand welche Registrierkasse bzw. welche Software ich mir kaufe, kann ich sagen dass es hunderte von verschiedenen Anbietern gibt und jedes System anders funktioniert. Wie genau bringt das den Schülern dann etwas, wenn Sie in dem Betrieb wo Sie arbeiten ein ganz anderes System haben?  Am besten finde ich noch das Foto von der heurigen Eröffnung des Freitagsverkaufs in der lokalen Presse, mit den Worten unter dem Foto, nicht der original Wortlaut aber sinngemäß, der Freitagsverkauf wurde eröffnet mit einem großen Sortiment an Frühjahrsblühern und Gemüsepflanzen, leider diesmal ohne Schüler da diese schon unterwegs nach Hause waren. Im ernst jetzt, wurde es mit einer Kamera aufgenommen wie der Herr Direktor Pflanzen verkauft, um es jetzt bald in einer Unterrichtsstunde anzusehen und zu besprechen??? Mir fehlen die Worte…  Das gleiche ist das die Schule heuer eine Tulpenausstellung geplant hat, mit 100 von Fachschülern, sodass man auch in der Nähe ehemalige Fachschüler gefragt hat ob Sie mitmachen würden. Das ganze hätte aber nicht in der Schule stattgefunden, trotz großen Festsaals der der Schule gehört, sondern extern in einer anderen Location die ich mir nicht leisten könnte. Beworben wurde das ganze auch noch am Faschingsdienstag, wo jeder Bürger der anwesend war, bei einer großen Faschingsveranstaltung in Langenlois die für jeden frei zugänglich ist, mit einer Tulpe und einer großen auf Hochglanz gedruckten Karte, mit dem Hinweis auf diese Ausstellung. Wer die Karten gedruckt hat und was die gekostete haben, kann ich nicht sagen, nehme aber nicht an das die Schule so einen Profi Drucker hat, um das selber zu machen. Was ich aber sicher weiß, dass für diese Werbung extra hunderte von Tulpen gekauft wurden, das weiß ich vom Lieferanten, das ist notwendig, war das für das Unterrichtsfach Marketing???. Warum und wozu muss eine Schule so einen Aufwand betreiben und wo ist der Nutzen für die Schüler??? Aber wenn die Schule so weitermacht, hoffe ich dass Sie vielleicht auch so viel Geld hat, mein Geschäft zu übernehmen, nachdem Sie jetzt schon versuchen die Kunden der Gärtner in der Umgebung ab zu werben. Danke dafür das sich die Schule so sehr um Ihre Branche kümmert….. statt sich auf das zu konzentrieren, wozu Sie da ist, und zwar dringend benötigte Facharbeiter auszubilden……  anstatt mich um meine Existenz zu bringen. Und zur lokalen Presse noch kurz, da sie den Freitagsverkauf gratis und auch mit Foto immer wieder bewerben, ich kann es mir leider auch nicht leisten ein Inserat zu schalten, an wem darf ich mich wenden, das mein Betrieb auch einmal gratis beworben wird…..?  Recht herzlichen Dank im Vorhinein!

Zum Schluss noch wegen der Staatlichen Hilfen.  Als erstens, weil so viel geschimpft wird über die Wirtschaftskammer, am Freitag wurde der Antrag freigeschalten, am Sonntagabend, mit ein bisschen Unterstützung, habe ich meinen Antrag abgegeben, noch am späten Abend am Sonntag bekam ich die Rückmeldung das mein Antrag geprüft wurde und zur Überweisung freigegeben wurde, am Mittwoch waren die 1.000.-€ auf meinen Konto, wer kann das bei dieser Fülle von Anträgen schneller machen??? Und das sage ich nicht weil ich Mitglied bei der Wirtschaftskammer bin, sondern weil es den Tatsachen entspricht!

Mit den anderen Anträgen auf Hilfe bin ich leider nicht so glücklich…. Ich brauche keinen Kredit, auch nicht wenn der Staat die Haftung übernimmt und nur 1% Zinsen anfallen. Ich kann mir nicht einen Kredit aufnehmen, wenn ich nicht weiß wieviel ich dann selber zurückzahlen muss, das kann ich mir leider nicht leisten. Das bei der anderen variante erst nach Ende des Geschäftsjahres die genaue Summe berechnet wird, kann ich zwar einerseits nachvollziehen, nur benötige ich das Geld jetzt und nicht erst in einem halben Jahr. Denn ob es meinem Betrieb nächstes Jahr im Frühjahr noch gibt, weiß ich aus heutiger Sicht nicht wirklich. Was ich an dieser Vorgehensweise allerdings nicht verstehe, ist warum ein Betrieb oder deren Steuerberater nicht den Abschluss nur vom März und den Abschluss vom März des Vorjahres übermitteln kann, und dann nach Prüfung, eine Vorläufige Vorauszahlung an die Betriebe ausgezahlt werden kann. Und das gleich noch einmal im April, somit wären die Betriebe eher entlastet. Natürlich kann man die Endabrechnung dann im Jänner machen, wo alle Zahlen vorliegen und dann den Rest überweisen. Das wäre in meinen Augen eine bessere Vorgehensweise und es würde den einen oder anderen Betrieb das Überleben eher sichern. Aber vielleicht stelle ich mir das zu einfach vor, andererseits höre ich die ganze Zeit das man schnell und unbürokratisch den Betrieben helfen will.

Ansonsten sehe ich die Befürchtung dass ich das finanziell nicht stemmen kann und meinen Betrieb mit zwei Angestellten schließen muss. Daher würde es in diesem Fall zu einem Verkauf oder Versteigerung kommen, seitens der Bank wo meine Kredite laufen und da ist es schon egal ob das jetzt oder in naher Zukunft ist(eine Stundung hilft mir nicht wirklich). Da mein Betrieb ebenerdig ist und meine Wohnung im ersten Stock ist, würde ich in diesem befürchteten Fall auch meine Unterkunft verlieren und auf der Straße stehen……