Bezirk Mattersburg: 16-Jährige sollte Nacktfotos schicken

23-jähriger Mann wegen Kinderpornografie und Nötigung angeklagt.

Erstellt am 05. November 2021 | 06:05
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Über ein Datingportal kam der Angeklagte mit der 16-Jährigen in Kontakt.
Foto: Symbolfoto: Studio Romantic, shutterstock.com

Über ein Datingportal hatten sich ein 23-jähriger Mann aus dem Bezirk Mattersburg und eine 16-jährige Jugendliche kennengelernt.

Im Laufe des folgenden Chats bot die Jugendliche dem Mann sexuelle Dienste gegen Geld an.

Das Mädchen schickte Fotos und Videos, auf denen es mit nacktem Oberkörper zu sehen ist.

Die Internetbekanntschaft entwickelte sich weiter, es wurde bereits über reale Treffen kommuniziert.

Dann wurde dem Mädchen die Affäre doch unheimlich und es machte einen Rückzieher: Zu einem persönlichen Treffen sei sie nicht mehr bereit.

„Du wirst da jetzt nicht mehr rauskommen“

Daraufhin schrieb der gekränkte Angeklagte: „Du wirst da jetzt nicht mehr rauskommen … mehr schicken oder treffen sind die Optionen“.

Er drohte damit, die bereits übermittelten Fotos und Videos zu veröffentlichen, um die Jugendliche zu erpressen, weitere Nacktaufnahmen zu schicken oder sich mit ihm zu treffen.

Vor Richterin Doris Halper-Praunias bekannte sich der Mann in der Vorwoche reumütig schuldig. Es tue ihm leid, was er der jungen Frau angetan hatte.

Da er eine unmündige Person aufgefordert hatte, Nacktfotos zu schicken, handelte es sich um einen Fall von Kinderpornografie.

Das Opfer der Drohungen war selbst nicht zur Gerichtsverhandlung gekommen: Die junge Frau befand sich in Quarantäne.

Sie hatte ihren Vater über die Chatnachrichten des 23-Jährigen informiert, dieser ging mit seiner Tochter zur Polizei, um Anzeige zu erstatten.

Aufgrund des Geständnisses und der besonderen Konstellation des Falles entschied sich die Richterin für eine Diversion.

Wenn der Angeklagte 1500 Euro Geldbuße und 150 Euro Pauschalkostenbeitrag bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt, eine Vorstrafe bleibt ihm erspart.

Diese milde Vorgangsweise konnte, so die Richterin, diesmal gewählt werden, weil ein Unterschied zu anderen schweren Fällen von Kinderpornografie bestehe, die durchwegs mit bedingter Haft und unbedingter Geldstrafe bestraft werden.