Froschhelfer in Bad Sauerbrunn, Wiesen und Pöttsching gesucht

Erstellt am 04. März 2022 | 05:21
Lesezeit: 4 Min
Tausende Frösche und Kröten wandern jährlich zum Römersee, um zu laichen. Damit sie auf Straßen nicht von Autos überfahren werden, gibt es sogenannte Amphibienzäune. Freiwillige Helfer und Helferinnen bringen dort die Tiere sicher über die Straße.
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Ende Feber, wenn die Temperaturen wieder allmählich ansteigen und das Wetter noch feucht ist, beginnt die Amphibienwandersaison. Das bedeutet auch, dass der Römersee wieder von zahlreichen Fröschen, Kröten und Molchen besucht wird, die von ihrem Überwinterungsplatz dorthin wandern, um zu laichen. Auf deren Weg werden sie nicht selten von Autos überfahren. Damit das nicht passiert, gibt es Amphibienzäune, die die Tiere daran hindern, selbstständig eine Straße zu überqueren.

Einen solchen 500 Meter langen Zaun gibt es auch bei Bad Sauerbrunn an der Mattersburger Landesstraße bei der Einfahrt zum Römersee. Betreut wird er vom Verein der Burgenländischen Naturschutzorgane. Eva Csarmann aus Zillingtal ist dort Fachreferentin für Amphibien. Auch für die heurige Wandersaison werden wieder Helferinnen und Helfer gesucht, die regelmäßig den Zaun kontrollieren. Deren Aufgabe beschreibt Eva Csarmann: „Hinter dem Zaun sind Kübeln in die Erde eingegraben. Dort fallen die Tiere hinein, die anschließend natürlich über die Straße gebracht werden müssen.“

Dies sollte idealerweise in den frühen Morgenstunden (ca. ab 7 Uhr) und auch am Abend passieren. „Am Abend hat es vor allem dann Sinn, wenn gutes Froschwanderwetter ist, wenn es also nass und feucht ist.“ Die Wandersaison an sich dauert bis Ende April, es wird auch wieder die Rückwanderung betreut. In die Pflicht genommen muss man sich als Helfer oder Helferin nicht fühlen, sagt Csarmann. „Die Einteilung, an welchen Tagen jemand Kontrollen durchführen will, ist ganz flexibel.“ Trotzdem sollte man natürlich ernsthaft an der Arbeit interessiert sein, damit die Frösche und Kröten nicht zu lange in den Kübeln warten müssen.

Sie sind nicht giftig, man bekommt danach keinen Ausschlag und sie können auch nicht beißen. Erdkröten sind völlig harmlos.“ Eva Csarmann Fachreferentin für Amphibien

Gleichzeitig sollte man sich auch darauf einstellen, dass einige Arbeit anfällt. Im Vorjahr wurden in diesem Bereich beim Römersee 3.300 Amphibien gezählt, im Jahr davor waren es sogar 4.400, berichtet Csarmann. „Eine Zahl, die in die Tausende geht, ist im burgenländischen Vergleich schon beeindruckend. Viele andere Zäune liegen bei nur rund 300 bis 400 Tieren.“ Hauptsächlich bekomme man es beim Römersee mit Erdkröten zu tun. „Die Population dort ist eine der größten im burgenländischen, niederösterreichischen und Wiener Raum, die mir bekannt ist“, so die Fachreferentin.

Angst davor, die Kröten anzufassen sollte man nicht haben. Dafür gibt es aber auch keinen Grund, verrät die Expertin. „Sie sind nicht giftig, man bekommt danach keinen Ausschlag und sie können auch nicht beißen. Es kursieren dazu ja die wildesten Geschichten. Erdkröten sind aber völlig harmlos.“ Wer möchte, kann aber selbstverständlich auch Handschuhe benutzen.

Tiere spontan zu befördern ist nicht erwünscht

Interessenten sollten sich aber auf alle Fälle bei Eva Csarmann melden, bevor sie in den Einsatz gehen. Einfach so die Tiere über die Straße zu tragen, ist nicht erwünscht. „Das hat zum Einen damit zu tun, dass wir die Tiere auch zählen. Zum Anderen möchte ich auch eine kleine Einschulung geben, wie man die Tiere am besten anfasst und wo man sie am besten wieder aussetzt, damit sie danach nicht wieder irgendwelche gefährlichen Stellen passieren müssen.“

Den Autofahrern in diesem Bereich rät Csarmann vorsichtiger und langsamer zu fahren. „Das dient vor allem auch dem Schutz der Helferinnen und Helfer, falls sie ihre Arbeit in den Dämmerstunden verrichten.“

Auch die Straßenmeistereinen sind lobenswert zu erwähnen, die das Material bereitstellen und die Zäune fachmännisch errichten.

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