„Ihre Tochter hatte einen Unfall!“: Vorsicht vor falschen Polizisten

Erstellt am 26. Mai 2022 | 04:23
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Anruf Neffentrick Symbolbild
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Foto: Symbolbild
Innerhalb weniger Stunden wurden in Mattersburg mehrere Personen von Betrügern angerufen.
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„Es war schrecklich!“, sagt Gerlinde Dienbauer.

Als bei Gerlinde Dienbauer kürzlich das Handy klingelte und ein Unbekannter behauptete, er sei von der Polizei und ihre Tochter habe einen Unfall mit Totalschaden verursacht, da habe bei ihr beinahe „das Gehirn ausgesetzt“.

Gerlinde Dienbauer hat drei erwachsene Töchter. Eine von ihnen ist die Mattersburger Bürgermeisterin Claudia Schlager.

Bei dem Telefonat mit dem angeblichen Polizisten hörte sie im Hintergrund eine Frau jammern und weinen.

Der Anrufer behauptete: „Ihre Tochter hat einen „Porsche abgeschossen.“

„Ich fragte: Wo? Wo? In Forchtenstein?“, erzählt Gerlinde Dienbauer.

„Der Anrufer sagte, ja, ja. Und der Richter will Gewissheit haben“, berichtet sie weiter. Deshalb solle sie 82.000 Euro bezahlen.

„Ich fragte, ob ich meine Tochter noch einmal sprechen kann“, schildert Gerlinde Dienbauer die beunruhigende Situation.

„Bist es wirklich du?“, habe sie gefragt und den Namen einer ihrer Töchter genannt.

Weil sie mittlerweile Verdacht geschöpft hatte, stellte sie eine kluge Frage:

„Wann bist du geboren?“, wollte sie von der Frau am Telefon wissen. In diesem Moment wurde das Telefonat beendet.

„Wenn man selbst betroffen ist, schaut es anders aus!“

„Natürlich habe ich von solchen betrügerischen Anrufen schon gehört“, sagt Gerlinde Dienbauer. „Aber wenn man selbst betroffen ist, dann schaut es doch anders aus.“

Innerhalb weniger Stunden hatten in Mattersburg mehrere ältere Menschen derartige Anrufe erhalten.

Auch im Bezirk Neusiedl hatten die Betrüger versucht, die geschockten Opfer mit derselben Betrugsmasche zu Geldübergaben zu bewegen.

Gefordert wurden jeweils zwischen 80.000 und 90.000 Euro. Zum Glück kam es in keinem Fall tatsächlich zu einer Geldübergabe.

„Ältere Menschen reagieren anders, wenn es um die eigenen Familienmitglieder geht“, steht für die Mattersburger Bürgermeisterin Claudia Schlager fest.

Sie hat die Informationen, die bei ihr über die Betrugsversuche in Mattersburg eintrafen, an die Polizei weitergeleitet.

„Wichtig ist, die Menschen immer wieder daran zu erinnern, dass sie bei solchen Anrufen misstrauisch und vorsichtig sein sollen!“, sagt die Bürgermeisterin.

„Wir sind an dem Fall dran“, informierte Polizeisprecher Helmut Marban.

Derzeit seien Betrugsversuche mit den erfundenen Unfällen von Angehörigen besonders aktuell.

Ermittlungsergebnisse zu den Anrufern liegen bis dato noch nicht vor.

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