Gemeinderat beschloss Regressforderungen. Gegen Altbürgermeister Jagschich: Jahrelang zurückliegender Prozess hat ein Nachspiel und geht in die nächste Runde.

Erstellt am 04. August 2018 (02:58)
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Noch nicht ausgestanden. Bürgermeister Endl und der Gemeinderat gehen gegen Altbürgermeister Stefan Jagschich gerichtlich vor.
BVZ

Im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Vize-Bürgermeister Alexander Ochs werden alte Gräben zwischen Bürgermeister Adalbert Endl und seinem Vorgänger Stefan Jagschich wieder aufgerissen. Hintergrund ist die unsachgemäße Verwendung des Gemeindestempels im Zusammenhang mit einem ins Jahr 2002 zurückliegenden Prozess in Kroatien.

Finanzieller Streit mit dem NK Zagreb

„Der bis im Jahr 2007 im Amt tätige Bürgermeister Jagschich hatte damals als Privatperson 2002 einen Prozess in Kroatien geführt. Dabei ging es um einen finanziellen Streit mit dem Verein ‚NK Zagreb‘ rund um ein Trainingslager, welches angeblich nicht bezahlt wurde. Im Zuge der Anklage verwendete Jagschich in einem Geschäftspapier den Gemeindestempel, ohne Zustimmung des Gemeinderates“, berichtet Bürgemeister Endl.

Land empfiehlt Regressforderung

„Im Jahr 2015 hat das Gericht in Zagreb begonnen, den Prozess wieder aufzurollen. Weil die Verwendung des Gemeindestempels den Schluss zulässt, Jagschich habe den Streit vor Gericht in seiner Funktion als Ortschef geführt, sei die Gemeinde Antau nun in weiterer Folge haftbar“, so Endl. Schließlich hat die Gemeinde den Prozess im Mai 2018 nach insgesamt drei Verhandlungen verloren und blieb auf den Gerichtskosten von insgesamt 2716,80 sitzen. Diese Summe wurde bereits beglichen. Laut Ortschef Endl wurde schließlich Brigitte Novosel, Abteilungsleiterin der Abteilung 2 – Landesplanung, Sicherheit, Gemeinden und Wirtschaft – als Amtshilfe hinzugezogen und hat nach Einsicht der Unterlagen dem Gemeinderat eine zivilrechtliche Klage gegen den Altbürgermeister empfohlen.

In Form einer Regressforderung, so der Vorschlag, soll der für die Gemeinde entstandene finanzielle Verlust wieder wettgemacht werden. Nach einer Gemeinderatssitzung beschlossen die Mitglieder der Versammlung, sich dem Ratschlag anzuschließen. Bürgermeister Endl hat bereits sämtliche Unterlagen, die den Fall betreffen, vergangene Woche seinem Rechtsbeistand übermittelt und überlegt, welche konkreten rechtlichen Schritte eingeleitet werden können. Jagschich war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.