„Grande Gold“ für Pöttelsdorfer Winzer. Die harte Arbeit des Winzers Hans Bauer aus Pöttelsdorf wurde auf der Frankfurt International Trophy 2020 mit der „Grande Gold“ Auszeichnung belohnt.

Von Christian Artner. Erstellt am 21. Juni 2020 (05:34)
Der Pöttelsdorfer Winzer Hans Bauer erhielt für seinen Blaufränkisch Privat 2015 mit „Grande Gold“ die höchste Auszeichnung auf der Frankfurt International Trophy 2020.
zVg

Als vinologisches Pendant zu den Oscars, der wahrscheinlich größten Auszeichnung innerhalb der Filmbranche, würde der Pöttelsdorfer Winzer Hans Bauer die „Frankfurt International Trophy“ nicht unbedingt bezeichnen. Dafür gibt es weltweit zu viele unterschiedliche, renommierte Weinwettbewerbe, als Deutschlands größte Weinmesse gilt sie dennoch. Gefreut hat sich Bauer allemal, als im Mai die Grande-Gold-Auszeichnung für seinen eingereichten Wein, den Blaufränkisch Privat 2015, in seinem Mailpostfach eingetroffen ist.

Bei mehr als 2.000 Mitbewerbern aus aller Welt versah die Jury, bestehend aus Sommeliers, Önologen, Weinhändlern und Journalisten, insgesamt nur acht Weine mit der höchsten Auszeichnung, dem Grande-Gold. „Wie das Prozedere im Detail verlief, kann ich nicht sagen. Aber ich gehe davon aus, dass es ein Punkteschema gab. Und nur Weine mit Spitzenwerten erhielten das Große Gold“, berichtet Bauer. Dass ausgerechnet sein Wein aus der Rebsorte Blaufränkisch diesen Preis gewonnen hat, freut Bauer ganz besonders. „Die Region Rosalia ist eine Blaufränkisch-Gegend. An dieser Weinsorte hängt das Herzblut vieler unserer Winzer. International haben wir damit ein Alleinstellungsmerkmal, denn den Blaufränkischen gibt es hauptsächlich in Österreich, ein wenig noch in Deutschland und auch Tschechien. Deshalb bedeutet mir die Auszeichnung umso mehr, denn einen Merlot oder Cabernet gibt es fast überall.“

Natürlich drängt sich sogleich die Frage auf, was ausgerechnet seinen prämierten Siegerwein so speziell und attraktiv macht. Bauer produziert seit Anfang der 90er Jahre seine eigenen Weine, zunächst nebenbei als Hobby, seit einigen Jahren auch im Hauptberuf. „In diesen Jahren habe ich meinen eigenen Weinstil gefunden, der kompromisslos ist, was seine Qualität betrifft.“. Ausgebaut in neuen Barriquefässern ist sein Blaufränkischer „zugleich sortentypisch und tiefgründig, hat eine gewisse Mineralik, ist strukturiert und jetzt schon angenehm zu trinken“. Wie bereits angedeutet, ist es Bauer wichtig, dass seine Weine klar geprägt sind von der jeweiligen Traubensorte: „Ich möchte die Traube schmecken und die Traubenkerne der vollreifen Traube geschmacklich im Wein wieder finden.“ Im Wein muss außerdem der Jahrgang präsent sein, „weil jedes Jahr ist anders“ sowie der Boden. Hier kann Bauer auf seinen zweieinhalb Hektar auf alte Weingärten mit Reben, die vor 40 bis 50 Jahren angebaut wurden, zurückgreifen, die „auf einer Mischung aus Lehm- und Löschböden wachsen und auch ein wenig Kalk enthalten“, erklärt Bauer.

Rund 5.000 Flaschen konnte Bauer von seinem ausgezeichneten 2015er Rotwein herstellen, eine große Menge für einen üppigen Genuss. Das ist auch notwendig, denn Kritiker hätten ihm zwar einmal attestiert, dass seine Weine Sommelierweine seien und nicht „Everybodys-Liebling“, wie Bauer sagt, die man einfach so dahinschlürfen könne, „aber inzwischen spreche ich nicht nur die ausgewiesen genussaffinen Menschen an, die schon jahrelang Wein trinken, sondern auch solche, die mit dem Produkt Wein nicht so viel zu tun haben.“ Wer selbst das Tiefgründige der Bauer’schen Weine entdecken möchte und auch seine zweite Spezialität, seinen Wulkaprosciutto, dem ersten im Burgenland erzeugten Rohschinken, der diese Bezeichnung verwenden darf, kann das jeden Samstag im Rahmen des Hofgenusses von 10 bis 17 Uhr in der Pöttelsdorfer Bachzeile tun. „Es gibt Sachen zum Verkosten, zum Genießen, zum Chillen, zum Brunchen und – zum Mitnehmen“, macht Bauer Gusto auf mehr.