Neuer Standort: Bohrung abgebrochen

Kurort muss sich auf längere Bohrphase und neues Bohrloch einstellen. Es entstehen Mehrkosten von fast 300.000 Euro.

Judith Jandrinitsch
Judith Jandrinitsch Erstellt am 03. Mai 2017 | 11:33
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Foto: BVZ

Seit Anfang April läuft die Quellbohrung im Kurpark neben dem Musikpavillon. Am 25. April trat das Worst-Case-Szenario ein: Die Bohrung musste in einer Tiefe von 153 Metern abgebrochen werden.

Gesteinsbruch macht Strich durch Rechnung

Verantwortlich dafür ist eine geologische Besonderheit – ein Bruch des Grundgebirges, genau beim Bohrloch zwischen Pavillon und Tennisplatz. Das kann man sich so vorstellen: Genau im Bohrbereich grenzen zwei Gesteinsplatten aneinander und zerreiben die Bruchstelle dabei zu Feinmaterial. Auf Grund der Feinkörnigkeit ist diese Schicht nicht im wirtschaftlichen Umfang wasserführend, sodass es an dieser Stelle nicht möglich ist, sinnvoll Heil- bzw. Sauerwasser zu fördern. Dieser Umstand konnte bei den geophysikalischen Voruntersuchungen nicht festgestellt werden und ist sehr selten.

Das bestätigt Hydrogeologe Bernd Böchzelt, der schon die Thermalwasserbohrung in den 1990er Jahren im Kurpark betreut hatte: „Selbst durch noch genauere Untersuchungen, die enorme Zusatzkosten verursacht hätten, wäre diese tektonische Deformation nicht zu erkennen gewesen.“ Ursprünglich war der Hydrogeologe davon ausgegangen, spätestens in einer Tiefe von 150 Metern auf eine förderbare und von der Qualität her passende Menge Sauerwasser zu stoßen. Auch der Bohrplatz war für die Gemeinde ideal gewesen, da er den Kurpark in seiner Nutzung nur gering beeinträchtigte. Diese Vorteile gibt es bei der erneuten Bohrung nicht mehr. Die neue Bohrstelle liegt direkt neben dem bestehenden Wasserpavillon. Die Mehrkosten des Bohr-Projektes werden auf ca. 290.000 Euro geschätzt.

Projekt kostet 1,3 Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Bohrung wurden mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Für die Bevölkerung bedeutet dies: Die Sauerwasser-Abfüllung ist nun wieder bis 14. Mai möglich, danach erst wieder ab Ende Juli. Die Parkplätze am Hauptplatz werden teilweise abgesperrt, die Baustellenzufahrt erfolgt neben dem Wasser-Pavillon. Auch Teilbereiche des Kurparkes müssen abgesperrt werden.