Neues Gemeindeamt für den Kurort

Erstellt am 01. Oktober 2022 | 04:42
Lesezeit: 3 Min
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Ortschef Gerhard Hutter: „Das Projekt sollte in sportlichen 30 Monaten abgeschlossen sein.“
Foto: BVZ
Bad Sauerbrunn: Nachdem sich das Gemeindezentrum in einem sehr sanierbungsbedürftigen Zustand befindet, liegen bereits Pläne für einen Neubau am Brunnenplatz vor.
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Schon im Jahr 2017 wurde die Entscheidung gefällt, dass das Gemeindeamt in Bad Sauerbrunn neu gebaut werden sollte. Die Standortentscheidung fiel dabei auf den Brunnenplatz und zeitgleich wurde ein Ideenwettbewerb für das Projekt „Neubau-Gemeindeamt“ gestartet. Insgesamt hatten 18 Architekturbüros daran teilgenommen, der Vorschlag des Büros „Kosaplaner“ aus Leobersdorf wurde letztendlich angenommen. Bauträger bei diesem Projekt wird die OSG (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft) sein.

Der fertige Plan sieht momentan so aus: Das Gemeindeamt übersiedelt auf den Brunnenplatz, gemeinsam mit Post Partner, dem Tourismusbüro, einer neuen Raiffeisen-Filiale und einem Veranstaltungssaal mit Gastronomie. Das alte Amtsgebäude wird währenddessen im Erdgeschoß zu einem Ärztezentrum umgebaut. Hier ist der Hausarzt von Bad Sauerbrunn schon eingeplant und ein zweiter Arzt ist bereits im Gespräch. Im Obergeschoß und am Grundstück Schulstraße 1 wiederum werden Wohnungen mit Tiefgarage gebaut. Wie viele das werden, ist noch nicht festgesetzt, ein Plan dazu folgt noch. „Das Ziel ist, am Hauptplatz ein kurtouristisches, beruhigtes Zentrum und am Brunnenplatz ein wirtschaftliches Zentrum zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Gerhard Hutter. Die erforderlichen Baubewilligungen sollten bis Anfang 2023 vorliegen, der Baustart wäre dann im Frühjahr 2023 angesetzt. „Das Projekt sollte in sportlichen 30 Monaten, das heißt zweieinhalb Jahren, abgeschlossen sein, möglicherweise dauert es bis zu drei Jahren“, so Hutter.

Über das Projekt wurde bei der Gemeinderatssitzung am 12. September abgestimmt und es wurde mehrheitlich beschlossen. Anwesend waren die LIBS, die ÖVP und die SPÖ, wovon die ÖVP und drei Stimmen der SPÖ gegen das Projekt waren. Ein SPÖ-Mandatar enthielt sich der Stimme. ÖVP-Spitzenkandidat Stefan Neubauer äußerte seine Bedenken: „Die Gemeinde verliert mit der Baurechtsvergabe für 45 Jahre das Recht, die Grundstücke für eigene Aktivitäten wirtschaftlich zu nutzen und die Gewinne aus den darauf errichteten Gebäuden streift die Genossenschaft ein. Die Gemeinde Bad Sauerbrunn wird auf ihren eigenen Grundstücken zum Mieter und bezahlt für das Gemeindezentrum nach aktuellem Stand der Verhandlungen einen für den Ort vergleichsweise hohen Mietpreis pro Quadratmeter“.

Er bedauert, dass es keine Ausschreibung, Wettbewerb und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger gab. Sein Vorschlag ist, den Standort vom alten ADEG für gewerbliche Tätigkeiten, Ärzte und Gesundheitsdienstleistungen zu verwenden, da die Gemeinde hier die Betriebsansiedelungen selbst in der Hand hätte und die Erträge davon nutzen könnte. „Das bestehende Gemeindeamt könnte saniert werden und wir hätten dort noch immer ausreichend Flächen für Bürogemeinschaften, Jugend-Raum etc.“, so Neubauer. Bürgermeister Gerhard Hutter möchte dies richtigstellen: „Eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Amtshauses im laufenden Betrieb ist sehr teuer, daher haben wir einen wirtschaftlichen Bauablauf gewählt. Durch unseren Bauplan werden keine Zwischenlösungen wie Container benötigt. Die Standortverlegung wiederum wurde bereits im November 2017 fixiert, wo von jeder Partei ein Sachpreisrichter mitgearbeitet hat.“

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