Obstmost verdrängt Bier. Die Badesaison geht langsam in die Zielgerade. Norbert Gerencer, Betreiber von Xandl‘s Taverne am Neudörfler Badesee, erhofft sich noch einige heiße Sommertage.

Von Christian Artner. Erstellt am 04. August 2019 (03:06)
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Norbert Gerencer im seinem Wirthaus im Neugebäu 8.
Artner

Die Hitzewelle ließ in den vergangenen Wochen ganz Österreich keuchen und schnauben. Was dem einen Leid beschert, so in unklimatisierten Räumen Aktenberge abgearbeitet werden müssen, Straßen in der prallen Sonne neu asphaltiert gehören oder Regen für die Ernte sehnlichst erhofft wird, kann des anderen Freud‘ sein. Zu den Letzteren zählt etwa Norbert Gerencer, Betreiber von Xandl’s Seetaverne am Neudörfler Badesee.

„Ich rede nicht gerne über den Umsatz. Aber man ist zufrieden.“ Gerencer führt seit 1995 die Kantine, die sein Vater Alexander 1987 zum ersten Mal eröffnet hat. So erklärt sich auch der ohne Hintergrundwissen etwas eigenwillig anmutende Name der Taverne. „Der kommt von meinem Vater und ich habe ihn beibehalten.“

Die Badegäste würden vor allem die günstigen Preise im Zusammenspiel mit den üppigen Portionen schätzen: „Ein Fleischlaberl mit 28 dag, Semmel, Ketchup, Zwiebeln, Salat für drei Euro zehn, bekommt man an keinem anderen Badesee oder in keinem anderen Schwimmbad.“ Es gäbe selbstverständlich auch ab und an den einen oder anderen Kunden, der grantig ist und sich beschwert. „Aber 99 Prozent sind zufrieden. Berechtigte Kritik kommt auch vor, die ich mir anhöre, um es dann besser zu machen.“

„Ein Fleischlaberl mit 28 dag, Semmel, Ketchup, Zwiebeln, Salat für drei Euro zehn, bekommt man an keinem anderen Badesee oder in keinem anderen Schwimmbad.“

Von einer Generation zur nächsten werden ständig die schlechten Manieren der Jugend beklagt. Hier macht Gerencer – der mittlerweile nur mehr wenig „oben“, wie er es nennt, zu finden ist – eine gänzlich andere Erfahrung: „In letzter Zeit kommen viele Jugendliche mit hervorragendem Benehmen. Das hätte es vor 15 Jahren nicht gegeben. Sie räumen selbst das Geschirr weg und sind sehr höflich.“

Das „Oben“ ist vom Standpunkt seines Wirtshauses aus zu sehen, das er bei der Ortsausfahrt Richtung Bad Sauerbrunn betreibt, und wo er auch die Mahlzeiten für die Taverne zubereitet. Bei heißen Temperaturen richtet sich Gerencer bei seiner Empfehlung für das richtige Getränk nach der Wahl seiner Kunden: „Obstmost süß oder herb aus der Buckligen Welt, aus Bad Schönau. Der kommt sehr gut an, besser als Bier.“