Große Ehre für Martin Tobler. Der langjährige Feuerwehrkommandant Baumgartens, Martin Tobler, wurde beim Feuerwehrheurigen zum Ehrenfeuerwehrkommandanten ernannt.

Von Christian Artner. Erstellt am 29. September 2019 (03:19)
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Gerhard Reiff, Harald Grafl, Martin Tobler, Feuerwehrkommandant Alexander Fenzel, Bürgermeister Kurt Fischer, Adi Binder und Ulli Fischer.
BVZ

Feuer und Wasser: zwei Elemente, die sowohl dem Menschen von großem Nutzen sind, als auch verheerende Schäden anrichten und eine Bedrohung für zivilisatorische Errungenschaften darstellen können. Martin Tobler kennt beide Naturphänomene aus unterschiedlichen Perspektiven sehr gut. Als leidenschaftlicher Segler besitzt er ein Segelboot am Neusiedler See und macht sich das Wasser dabei dienstbar; als langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Baumgarten hat er die eine oder andere Feuersbrunst aus nächster Nähe miterlebt und mit Wasser bekämpft. 

Auf die Frage, welches der beiden Elemente, Feuer oder Wasser, ihm deshalb mehr Respekt einflöße, antwortet er bestimmt und ohne lange zu überlegen: das Feuer. Zehn größere Einsätze, schätzt er, gab es in seiner aktiven Zeit als Feuerwehrwehrmann, wobei der vorher gewählte Begriff der Feuersbrunst dann doch etwas zu hoch gestapelt war.

„Wir sind da eher eine ruhige Gemeinde. Mein größter Einsatz war, als 2000 Teile unseres Sportplatzes abgebrannt sind.“ Vermutlich war ein defekter Fön die Ursache, dass die Kabinen Feuer fingen. „Als ich hingekommen bin, stand das Ganze schon in Vollbrand.“

„Wir sind da eher eine ruhige Gemeinde. Mein größter Einsatz war, als 2000 Teile unseres Sportplatzes abgebrannt sind.“

Ein außergewöhnlicher Einsatz führte ihn außerdem zur ehemaligen Zahnärztin im Ort. Eines ihrer Pferde ist in die hauseigene Sickergrube gerutscht und konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien. „Ein ausgewachsenes Pferd hat natürlich einen sehr dicken Bauch. Durch die Öffnung haben wir es nicht mehr rausbekommen. Deshalb mussten wir das Ganze rundherum sehr großzügig ausgraben.“ Das Pferd schien die Arbeit der Feuerwehr nicht allzu sehr zu behelligen: „Als wir gestemmt haben, hat es nur geschaut.“

1988 trat der 48-jährige Baumgartner der Feuerwehr als 16 Jahre alter Bursch bei. „Zum Fußballspielen war ich damals zu tollpatschig“ – wobei man sich das tollpatschig mundartlich gesprochen vorstellen muss – „deshalb bin ich zur Feuerwehr gekommen, bei der auch schon mein Vater Mitglied war“, begründet Tobler, der vereinsmäßig zudem im Musikverein bis vor ein paar Jahren dem Schlagzeug Töne entlockte, seine damalige Wahl, bei der Feuerwehr mitzumachen.

Vierzehn Jahre lang – von 1997 bis 2010 – stand er außerdem der Feuerwehr Baumgarten als Kommandant vor. „Unter meiner Leitung wurde 2001 das Feuerwehrhaus gebaut, 2006 haben wir ein neues Tanklöschfahrzeug angekauft. Die groben Brocken hatten wir damit erledigt. Danach war es für mich Zeit, Jüngeren Platz zu machen.“

Alexander Fenzel, der neue Feuerwehrkommandant, war es dann auch, der ihn im August kurz vor dem Feuerwehrheurigen in der Gemeinde anrief, um mit ihm etwas zu besprechen. „Alexander hat zu mir gesagt, ich soll mir beim Feuerwehrheurigen auch die Uniform anziehen, weil ein paar von der Feuerwehr Auszeichnungen bekommen. Als dann auf einmal auch mein Name aufgerufen wurde, war ich schon sehr überrascht.“ Tobler wurde nämlich zum Ehrenfeuerwehrkommandanten ernannt. „Ich habe mich darüber natürlich gefreut. Die aufklappbare Urkunde steht jetzt auf der Anrichte in unserem Esszimmer.“

Auch bei Feuerwehrwettbewerben war Tobler regelmäßig zugegen. 29 Jahre gehörte er der Baumgartner Wettkampftruppe an, mit der er gemeinsam mit acht weiteren Kollegen 2016 bei den Bundeswettbewerben der Freiwilligen Feuerwehr doppelter Vizestaatsmeister geworden ist. „Das war unser größter Erfolg. Und natürlich damals Landessieger und einige Male Bezirkssieger.“