Mattersburger „Turn-Kids“ starten in die zehnte Runde. Rund 230 Mattersburger Kindergartenkinder bekommen wöchentlich eine zusätzliche Turnstunde.

Von Richard Vogler. Erstellt am 19. Dezember 2018 (05:25)
Malcolm Zottl
Nachhaltiges Projekt. Trainerin Karin Wagentristl ist seit 2010 dabei. Im Bild: Wagentristl mit den „Turn-Kids“ beim kürzlich veranstalteten Nikolo-Turnen in der Mattersburger Sporthalle.

Ein Bewegungsprojekt mit Nachhaltigkeit ist in Mattersburg mittlerweile eine Institution – die Mattersburger „Turn-Kids“ gehen kommendes Jahr in die zehnte Saison. 2010 wurde das Projekt ins Leben gerufen, die ersten drei Jahre wurde es noch vom Sportministerium finanziert (unter dem heutigen Landesrat Norbert Darabos als damaligem Sportminister).

Die Gelder vom Bund blieben danach aus, seitdem finanziert die Stadtgemeinde die „Turn- Kids“; für das kommende Jahr sind wieder 27.000 Euro im Gemeindehaushalt budgetiert.

BVZ
Günter Dorner: „Ein sehr nachhaltiges Projekt. Die Koordination der Kinder verbessert sich merklich.“

Bei den „Turn-Kids“ wird jedem Mattersburger Kindergartenkind eine zusätzliche Turnstunde ermöglicht. Günter Dorner, Obmann des ASKÖ Mattersburg, betreut das Projekt seit Anbeginn: „Eine tolle Sache für rund 230 Kinder“, meint Dorner: „Es ist ein sehr nachhaltiges Projekt. Die Koordination der Kinder verbessert sich merklich. Man hört auch immer wieder von anderen Sportvereinen, dass die ‚Turn-Kids‘ gut ausgebildet sind.“ Der ehemalige Obmann des Mattersburger Sportausschusses hebt einen weiteren Aspekt hervor: „Für viele Kinder ist es ein Höhepunkt der Woche, sie sind mit Spaß dabei und lernen auch Disziplin.“

Die Turnstunden werden großteils im Mühlgassen-Kindergarten abgehalten, alternativ auch in den anderen Kindergärten. In die Turnhalle gelangen die Kinder zu Fuß oder werden mittels Kleinbus abgeholt. Zwei Trainer sorgen dafür, dass die Einheiten auch professionell ablaufen. Aktuell übt Harry Ortner, er vertritt die karenzierte Dora Kaldi, mit den Kindern, Karin Wagentristl ist seit März 2010 dabei. Die ausgebildete Bio-Trainerin arbeitete vor den „Turn-Kids“ vor allem mit Erwachsenen, die tägliche Bewegungseinheit mit den Kindern macht „sehr große Freude und ist eine große Herausforderung. Es ist herrlich, wenn man sieht, wie sich die Kinder weiterentwickeln“, so Wagentristl.

Spielerisches Training schon für die Kleinsten

Bei der Stunde wird nach einer kurzen Aufwärmeinheit, die zumeist spielerisch gestaltet ist, eine Körperwahrnehmung gemacht. Der Hauptteil besteht oft aus einem Geräteparcours mit Kästen, Sprungbrettern, Barren oder Sprossenwänden. „Mit den verschiedenen Geräten wird das Gleichgewicht sehr gut geschult“, so Wagentristl, die die koordinative und motorische Entwicklung hervorstreicht.

„Bei auswärtigen Kindern, die nach Mattersburg kommen, merkt man immer wieder, dass gleichaltrige ‚Turn-Kids‘ von der Entwicklung her weiter sind“, so Wagentristl abschließend.