50 Millionen Euro-Investition in Infrastruktur. Bauvorhaben wie das Sigleßer Rückhaltebecken oder der Sicherheitsausbau der S 31 sollen die regionale Wirtschaftleistung wieder steigern. Insgesamt werden im Bezirk Mattersburg heuer über 50 Mio. Euro in Infrastrukturmaßnahmen investiert.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 25. Juni 2021 (06:38)
mat25rv_sigless_rueckhaltebecken
SPÖ-Bezirksobmann Dieter Posch, Vizebürgermeisterin Uli Kitzinger, Landesrat Heinrich Dorner und Bürgermeister Josef Kutrovatz präsentierten in Sigleß die Pläne für das Rückhaltebecken.
Richard Vogler

Der Großteil der Investitionen hat einen Bezug zur Baudirektion, nämlich 40,2 Millionen Euro. 10,2 Millionen fließen in Projekte mit Bezug zur Landesimmobilien Burgenland (LIB), 200.000 Euro in Bauvorhaben mit Bezug zur Projektentwicklung Burgenland (PEB). Für Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner sind diese Bauvorhaben gerade in Zeiten der Corona-Krise „noch mehr als sonst ein wichtiger Impulsgeber für die regionale Wirtschaft“. Dorner: „Nur wer aktiv gegensteuert, hat einen Startvorteil, wenn die Gesundheitskrise vorbei ist. Damit wir den Burgenländerinnen und Burgenländern und der Wirtschaft wieder Zuversicht geben – und stärker denn je aus dieser Krise kommen.“ Aus Sicht von SPÖ-Bezirksparteivorsitzendem Dieter Posch ist dieses Geld gut investiertes Geld, „weil es den Wirtschaftsmotor ankurbelt, lokalen Betrieben einen Schub gibt, Arbeitsplätze absichert bzw. geschaffen werden und für mehr Sicherheit gesorgt wird.“ „Insgesamt wird damit die Lebensqualität in unserem Bezirk erhöht“, so der SPÖ-Politiker.

Ein wichtiges Projekt im Bezirk ist die Errichtung eines Rückhaltebeckens in der Gemeinde Sigleß. „Wir waren in den letzten Jahren immer wieder von Überflutungen betroffen. Die Umsetzung dieser Hochwasserschutz-Maßnahme war und ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir mit Unterstützung von Land und Bund nun endlich starten können“, zeigt sich Bürgermeister Josef Kutrovatz erfreut. Auch Vizebürgermeisterin Ulrike Kitzinger ist erleichtert über den baldigen Startschuss: „Mit dem Bau des Damms wird Regenwasser zurückgehalten. Es fließt nur so viel Wasser in den Edlesbach, wie dieser verträgt. Damit haben wir in Zukunft kein Problem mehr mit Überschwemmungen – unsere Bevölkerung kann dann wieder ruhig schlafen“, so Kitzinger.

Schutz vor 100-jährigem Hochwasser

Durch die Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens – 615 m langer Damm mit einem Retentionsraum von rund 135.000 m³ – am Edlesbach soll der Schutz des verbauten Gebiets von Sigleß vor 100-jährigen Hochwasserereignissen des Edlesbachs sichergestellt werden. Die Dammhöhe beträgt an der höchsten Stelle rund 5,1 Meter. Im Ortsraum beträgt die Abflusskapazität rund 6 m³/s, sodass mit Zuflüssen aus Zwischeneinzugsgebieten in Zukunft der 100-jährliche Hochwasserschutz des Edlesbachs hergestellt wird. Die Kosten belaufen sich inklusive Begleitmaßnahmen auf rund 2,7 Mio. Euro. Davon trägt der Bund 50 Prozent, 40 Prozent übernimmt das Land und 10 Prozent die Gemeinde. Der Baubeginn erfolgt in den nächsten Wochen.

33 Millionen fließen in Sicherheitsausbau S31

Weitere Maßnahmen im Bezirk Mattersburg sehen im Detail wie folgt aus: Bei den Bauvorhaben mit Bezug zur Baudirektion entfallen 3,2 Mio. Euro auf Landesstraßen. Umgesetzt werden heuer sechs Landesstraßen- und Brückenprojekte. Das große Bundesstraßenprojekt im Bezirk ist der laufende Sicherheitsausbau der S 31, in den im Jahr 2021 knapp 33 Mio. Euro investiert werden.

800.000. Euro entfallen auf den Bereich Ländliche Struktur. Bauinvestitionen in der Höhe von ca. 620.000 Euro sind dabei für die Instandhaltung und den Ausbau des rund 230 Kilometer langen Güterwegenetzes veranschlagt, elf Projekte werden umgesetzt. In die Errichtung und den Ausbau zweier Alltagsradwege werden rund 180.000 Euro investiert. 3,3 Mio. Euro entfallen auf die Wasser- und Umweltwirtschaft. Davon werden im Bereich der Schutzwasserwirtschaft rund 2,9 Mio. Euro in acht Bauvorhaben bzw. Instandhaltungsmaßnahmen für den Hochwasserschutz investiert.