Beste daraus machen: Schüler über die „schlanke“ Matura. Die Maturanten und auch die Professoren aus dem Bezirk Mattersburg sind durchaus mit der heurigen Prüfungssituation zufrieden und kommen mit E-Learning gut zurecht.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 16. April 2020 (03:56)

Heuer sieht die Matura ganz anders aus als sonst: Die Maturanten schreiben ab 25. Mai nur in drei Fächern die Zentralmatura, außerdem fließt in die Note auch das Abschlusszeugnis der letzten Klasse mit ein. Die mündliche Matura entfällt, in diesen Fächern ist die Note der Abschlussklasse auch gleich die Maturanote – Schüler können sich aber freiwillig per Prüfung verbessern. Vor die „verschlankte Matura“ tritt ab 4. Mai eine dreiwöchige Vorbereitungszeit an den Schulen.

Die Schattendorferin Vanessa Schuber besucht die achte Klasse des Gymnasiums Mattersburg. Sie sagt: „Ich verstehe die ehemaligen und zukünftigen Maturanten, die die Entscheidung, die mündliche Maturaprüfung heuer zu streichen, unfair finden. Vielen von den heurigen Maturanten wäre es auch lieber gewesen, die Erfahrung einer normalen Matura machen zu können, aber die derzeitige Situation erlaubt es einfach nicht. Wir bekommen online nur die Arbeitsaufgaben geschickt. In den Maturafächern muss sich jeder selbst organisieren und wissen, was noch wiederholt werden muss.“

An die besonderen Umstände anpassen

Professorin Ute Fauser-Holzer, Coach und Deutschlehrerin der 8A-Klasse am Mattersburger Gymnasium, hat eine Maturaklasse über. Sie berichtet: „Ich bin mit der neuen Regelung zufrieden, denn besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Die Krisensituation zeigt jedoch sehr deutlich, dass sowohl Lehrer, Schüler, Direktion, Bildungsdirektion und auch das Bildungsministerium an einem Strang ziehen“, ist die Pädagogin überzeugt. „Die Maturanten zeigen große Eigenverantwortung und es ist natürlich auch im eigenen Interesse, alle Aufgaben zeitgerecht abzugeben, um dann noch Tipps vom Lehrer zu bekommen“, weiß Fauser-Holzer und fährt fort: „Bildungsabschlüsse sind wichtig für die spätere berufliche Karriere. Deshalb finde ich es sehr gut, dass zumindest der schriftliche Teil der Matura absolviert werden kann. So ist es für unsere Schüler wichtig, zumindest schriftlich eine so wichtige Prüfung geschrieben zu haben. Am Ende werden wir stolz auf unsere Maturanten sein, dass sie eine in ihrem Leben sehr wichtige Prüfung unter besonders schwierigen Umständen gut gemeistert haben“, ist Professorin Ute Fauser-Holzer überzeugt.

Julia Loidl aus Mattersburg besucht ebenfalls das Gymnasium. Sie meint: „Ich finde, dass die neue Regelung ein guter Kompromiss ist. Ein großer Lern-Teil fällt weg und man kann sich somit vor allem auf die schriftlichen Fächer vorbereiten. Sollte man mit den bisherigen Noten der mündlichen Maturafächer nicht zufrieden sein, kann man ja zu den mündlichen Prüfungen immerhin freiwillig antreten und sich somit seine Note eventuell verbessern. Unsere Lehrer stellen uns ausreichend E-Learning-Vorbereitungsmaterial zur Verfügung und beantworten etwaige Fragen. Ich fühle mich gut vorbereitet auf die Maturaprüfungen“, ist sie überzeugt.

Stefanie Spuller, die die HAK Mattersburg besucht, berichtet: „Die Situation war vom ersten Tag an schwierig, da man sich abrupt innerhalb weniger Tage in ‚Isolation‘ befand und sich dem Schulalltag von zu Hause aus widmen musste. Anfänglich war es mit dem Distance-Learning problematisch, ganz zu schweigen von den Arbeitsaufträgen, denen man sich von nun an alleine stellen musste, vor allem, weil auch die Lernplattformen vollkommen überlastet waren. Aber mit der Zeit konnte man sich schon besser die Arbeiten einteilen und nebenbei für die kommende Matura lernen. Man muss einfach das Beste aus der jetzigen Situation machen“, ist Stefanie Spuller optimistisch.

Bedingungen so nehmen, wie sie sind

Patrick Glavanics ist Klassenvorstand der 5CK an der Handelsakademie Mattersburg, unterrichtet die Fächer Sport und Geografie und ist zugleich Schulkoordinator des Fußball-Modells sowie Internatsleiter der Fußballakademie. Seiner Meinung nach müsse man die Rahmenbedingungen so hinnehmen, wie sie nun sind. „Die drei Wochen Vorbereitungszeit an der Schule selbst, würden laut Glavanics durchaus ausreichen, da die Schüler auch in der unterrichtsfreien Zeit online betreut wurden und bis zum Schulbeginn auch weiterhin werden. „Wer die Homeschooling-Phase genutzt hat und alle Arbeitsaufträge über die Online-Plattformen erledigt hat, sollte deshalb gut vorbereitet sein“, ist er überzeugt. Der Austausch mit den Schülern über die Online-Plattform habe in der HAK sehr gut funktioniert. „Wir waren in dieser Hinsicht vom ersten Tag weg gut gerüstet und haben unsere Schüler mit Lernunterlagen und Übungsbeispielen gut unterstützen können.“

Professorin Magda Rigler-Sauerzapf von der HAK Mattersburg ist Lehrerin für kaufmännische Fächer: „Mir persönlich geht es recht gut mit der Situation, natürlich wäre ich lieber in der Schule. Ich erreiche die Schüler jedoch sehr gut über Internet. Wir machen Videokonferenzen bei denen die Schüler Fragen stellen und wir uns besprechen können.“