Bilanz der Sicherheitspartner: Zufrieden mit Angebot. Pilotprojekt „Sicherheitspartner“ läuft noch bis Oktober 2017. Die Gratis-Sozialdienste werden derzeit aber noch nicht von Bevölkerung angenommen.

Von Doris Fischer. Erstellt am 29. Dezember 2016 (04:26)
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Einführung. Landeschef Hans Niessl und Sicherheitslandesrat Johann Tschürtz stellten mit den betroffenen Bürgermeistern die neuen Sicherheitspartner vor.
BVZ, zVg

„Ich betrachte die Sicherheitspartner durchwegs positiv“, zieht der Sicherheitsexperte Herbert Wagner, der das Pilotprojekt „Sicherheitspartner“ des Landes durchführt, Bilanz. Die Mitarbeiter, so Wagner seien in den teilnehmenden Ortschaften Baumgarten, Schattendorf und Loipersbach sehr präsent. Ein jeder Straßenzug wird abgefahren oder zu Fuß abgegangen.

Mehr weiß man erst im nächsten Jahr

Gekippte Fenster in öffentlichen Gebäuden oder ein brennendes Licht werden gemeldet. „Wir haben auch präventive Aufgaben“, stellt Wagner fest. Immerhin sind die Mitarbeiter, vorwiegend Langzeitarbeitslose und 50Plus, die speziell geschult werden, in Dienstautos mit Wappen und Drehlicht unterwegs. „Das schreckt Täter schon einmal ab“, ist sich Wagner sicher, der sich das Pilotprojekt nicht schlecht reden lassen möchte.

Gezielt hat Wagner kein Sicherheitspersonal eingesetzt. Den Langzeitarbeitslosen oder älteren Arbeitnehmern wird mit dem Projekt Arbeit geboten. „Einigen taugt es, anderen weniger oder sie suchen sich eine andere Arbeit“, will Wagner in das Selbstvertrauen der Sicherheitspartner setzen. Drei Mitarbeiter haben sich seit Beginn verabschiedet. Es sei nämlich, so Wagner, nicht jedermanns Sache um Mitternacht seinen Dienst anzutreten. Denn die Sicherheitspartner sind rund um die Uhr im Einsatz und kümmern sich um die Sicherheit der Bevölkerung.

Sozialdienste im Angebot

Seit Kurzem werden auch Sozialdienste, wie Apothekendienste oder Einkaufen gehen, angeboten. Und das für gebrechliche Leute gratis. „Derzeit werden die Sozialleistungen noch nicht sehr stark in Anspruch genommen“, betont der Sicherheitsexperte, der erst im nächsten Jahr mehr dazu sagen kann. „Nach einem Jahr ziehen wir Bilanz und dann sehen wir, das wird gebraucht, das wird nicht gebraucht oder wir müssen nachbessern“, stellt er in Aussicht. Das Pilotprojekt läuft noch bis Ende Oktober 2017.

Geteilter Meinung über das Projekt sind die Baumgartner. Bürgermeister Kurt Fischer (SPÖ), der dem Projekt neutral gegenübersteht, hört Meinungen, wie „Das ist reine Geldverschwendung“ oder „Die Leute werden dadurch nur verunsichert.“ Er selbst möchte abwarten und meint: „Es kostet der Gemeinde nichts. Probieren wir es einfach aus.“ Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, möchte Fischer abwarten und schauen, was rauskommt. „Ich finde es interessant, etwas auszuprobieren, was andere noch nicht haben.“

Gemeinde ohne Feedback

Wie sehr die sozialen Angebote in Loipersbach angenommen werden, kann Loipersbachs Bürgermeister Erhart Aminger (SPÖ) nicht sagen „Da haben wir als Gemeinde kein Feedback.“ Er sieht die Sozialleistungen eher als Ergänzung zur bisherigen Gepflogenheit. Denn schon im Vorfeld gibt es einen Vertrag mit den Sozialen Diensten Schattendorf. Die Sicherheitspartner hingegen würden seiner Meinung nach sehr gut in Loipersbach angenommen. „Sie sind regelmäßig unterwegs“, hat Aminger in letzter Zeit immer wieder beobachtet.