Blauer Dunst bleibt weiterhin erlaubt. In gewissen Lokalen darf weiterhin geraucht werden. Wirte wollen nicht die Verantwortung auf sich abwälzen lassen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Dezember 2017 (05:34)
APA (dpa)
 

Mit Mai war ursprünglich geplant, dass in Lokalen ein generelles Rauchverbot kommt. Die neue türkis/blaue Regierung setzt das doch nicht um und alles bleibt beim Alten. Neu ist, dass sich Jugendliche unter 18 Jahren nicht mehr in Raucherlokalen aufhalten dürfen.

„Die Österreicher sind also noch nicht entmündigt“, sagt Gastronom Günter Zierling zum gekippten Rauchverbot in Lokalen. „Die Gäste, die es stört, sollen eben Nichtraucherlokale aufsuchen. Die, die zu mir in meine Lokale ‚Peacock‘ und ‚Chilli‘ kommen, wollen zu ihrem Kaffee oder ihrem Bier eine Zigarette rauchen können“, fährt der Mattersburger fort, der aber durchaus dafür ist, dass in Speiselokalen Rauchverbot herrscht.

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Günter Zierling. „Gäste, die der Rauch stört, sollen eben ein Nichtraucherlokal aufsuchen.“

Ob er Jugendliche unter 18 Jahren künftig nicht in seine beiden Raucherlokale lassen wird, weist er klar von sich: „Ich bin nicht der Erziehungsberechtigte. Ganz junge Leute werden wir jedoch schon auf das neue Verbot ansprechen“, so Zierling.

Auch Gastwirt Johann Scheiber aus Marz, der seit 20 Jahren Nichtraucher ist, vertritt die Meinung, dass jeder selbst entscheiden soll: „Warum soll man jemandem vorschreiben, ob er rauchen darf oder nicht. Ich bin der Meinung, die Betriebe sollen entscheiden, ob sie ein Raucherlokal sind oder eben nicht. Und auch die Gäste sollten die Wahl haben. Ich verstehe nicht, wieso man immer Vorschreibungen machen muss.“

Jazz Pub überlegt, ob geraucht werden darf

Das Jazz Pub in Wiesen war bis jetzt dafür bekannt, dass im Lokal selbst geraucht werden darf. Juliane Bogner, selbst Nichtraucherin, überlegt, ob in Zukunft diese Raucherlaubnis weiter so großzügig gehandhabt werden wird. Und das, obwohl die neue schwarz-blaue Regierung das absolute Rauchverbot gekippt hat.

„Es wäre gut, wenn man Bereiche schaffen würde, in denen sich Raucher und Nichtraucher wohlfühlen. Bei uns würde das ganz leicht gehen, es ist ja jetzt schon so, wenn eine Band auftritt und sagt, sie will nicht, dass geraucht wird, dann wird im Veranstaltungsbereich auch nicht geraucht. Dann müssen die Konzertbesucher zum Rauchen eben ins Café gehen“, erklärt Juliane Bogner.

Wenig angetan zeigt sich die Lokalbesitzerin davon, dass Jugendlichen unter 18 Jahren der Zutritt zu Lokalen, wo geraucht werden darf, verwehrt werden soll. Juliane Bogner meint: „Eine Rauchkontrolle durch die Lokalbesitzer halte ich für unrealistisch. Wieso sollen Wirte jemanden ausschließen, der in ihr Lokal will, das halte ich für ungeschickt und von den Wirten auch nicht durchführbar.“

Gasthausbesitzer Gerald Rimpfl ärgert sich: „Alles bleibt am Wirt hängen. Ich war schon von Anfang an dafür, einfach eine entsprechende Lüftung oder einen Absauger einzubauen, sodass der Rauch niemanden stört.“ Er musste sein Gasthaus schließen und hat nur mehr freitags geöffnet.