Deutlicher Rückgang bei Auto-Verkehr auf der S4. Auf der S4-Schnellstraße wurden bei Sigleß 5,9 Millionen Pkw im Jahr 2020 gezählt – um 1,1 Millionen Autos weniger als im Jahr zuvor.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 08. Januar 2021 (04:39)
Bei den Lkw passierten 273.000 Fahrzeuge die S4, was 20.000 weniger als 2019 bedeutet.
BVZ, Vogler

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben im Burgenland zu deutlich weniger Verkehr auf den Autobahnen und Schnellstraßen geführt. Der Pkw-Verkehr ist deutlich stärker zurückgegangen als der Lkw-Verkehr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Auf der S4-Schnellstraße wurden bei Sigleß etwa 5,9 Millionen Pkw im Jahr 2020 gezählt – um 1,1 Millionen Autos weniger als im Jahr zuvor. Bei den Lkw passierten 273.000 Fahrzeuge die S4, was 20.000 weniger als 2019 bedeutet.

In den ersten elf Monaten waren auf der A3 bei Großhöflein um rund 19 Prozent weniger Pkw und um acht Prozent weniger Lkw unterwegs. Der Pkw-Verkehr ging hier um rund 2,3 Millionen auf 9,7 Millionen Pkw zurück, der Lkw-Verkehr um 49.000 auf 527.000 Lkw, wie die Analyse des VCÖ aufzeigt. Auf der A4 bei Parndorf waren heuer um 4,3 Millionen weniger Kfz unterwegs als im Vorjahr. Auf der A6 bei Kittsee nahm der Pkw-Verkehr sogar um 44 Prozent auf drei Millionen ab, die Zahl der Lkw hingegen stieg sogar leicht um 0,5 Prozent auf 867.000.

Der VCÖ betont, dass im kommenden Jahr verstärkte Maßnahmen nötig sind, um neue Verkehrslawinen zu verhindern. „Bei mehr Mobilität ist eine weiterhin geringere Verkehrsbelastung nötig, um die Klimaziele erreichen zu können. Das ist zu schaffen, wenn mehr Menschen mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto fahren und mehr Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert werden“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Das Angebot des Öffentlichen Verkehrs ist daher weiter zu verbessern und auszubauen, betont der VCÖ.

Zudem sind attraktive Tarife, etwa durch das Österreich-Ticket, rasch umzusetzen. Gleichzeitig sind bestehende Begünstigungen etwa für Diesel und für die private Nutzung von Firmenwagen zu streichen. „Umweltfreundliches Verhalten ist zu belohnen, Umwelt- und Klimaschäden sind endlich verursachergerecht zu verrechnen. Denn auch derzeit ist ein hoher Preis für die Schäden zu bezahlen, jedoch von der Allgemeinheit und damit auch von Personen, die die Schäden gar nicht verursacht haben“, fordert VCÖ-Experte Schwendinger die rasche Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform. Die fehlende verursachergerechte Besteuerung im Verkehr sei auch sozial ungerecht. Das reichste Einkommensviertel fährt deutlich mehr Kilometer mit dem Auto und verursacht damit auch viel mehr CO2 als das ärmste Einkommensviertel.