Entwarnung: Nur ein Corona-Verdacht

Während es den ersten Verdachtsfall gab, steigt Nach- frage nach Handdesinfektionsmittel und haltbaren Lebensmitteln.

Erstellt am 04. März 2020 | 05:15
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Den ersten Corona-Verdachtsfall hat es am Montag der Vorwoche in Bad Sauerbrunn gegeben. Es konnte aber rasch Entwarnung gegeben werden. Im Kurort war ein Patient mit Corona-Verdacht zum örtlichen Allgemeinmediziner gekommen, der den Verdachtsfall bestätigt. Zur weiteren Abklärung wurde der Patient ins Landesklinikum nach Mödling gebracht. Dort wurde sofort ein Abstrich, und eine Blutuntersuchung vorgenommen. Der Verdacht bestätigte sich nicht.

Einen Tag lang, bis das Ergebnis der Untersuchungen vorlag, musste der Allgemeinmediziner Peter Wanke-Jellinek seine Ordination sperren, weil der Patient in seine Sprechstunde gekommen ist. „Weist jemand Symptome wie Fieber auf oder war im Sperrgebiet oder hatte mit Betroffenen Kontakt, sollte er die Nummer 1450 wählen und sich informieren, aber keinesfalls den Hausarzt aufsuchen“, betont der Allgemeinmediziner mit Nachdruck. Denn nur so könne man sicher gehen, dass das Virus nicht unkontrolliert weitergegeben wird.

Vonseiten des Landesklinikums Mödling wollte man den burgenländischen Verdachtsfall nicht bestätigen. Nur so viel: In Niederösterreich wurden bislang 280 Tests durchgeführt. Zehn Testergbnisse sind noch offen und bei zwei Personen war der Test positiv. Mattersburgs Allgemeinmedizinerin Ingrid Grafl informiert in ihrer Ordination ihre Patienten. Im Wartezimmer liegt Informationsmaterial auf. „Wir haben im Wartezimmer auch Desinfektionsständer aufgestellt“, berichtet Grafl von der Vorsichtsmaßnahme. Panik hingegen könne sie bei ihren Patienten nicht feststellen. Einen Anstieg an Patienten verzeichnet sie nicht. In der Mattersburger Salvator-Apotheke verzeichnet man nicht mehr Kunden, aber eine verstärkte Nachfrage nach Handdesinfektionsmittel. „Da diese derzeit nicht lieferbar sind, stellen wir sie in der Apotheke selbst her“, berichtet Pharmazeutin Rita Slanz-Schedy und ergänzt: „Anfangs waren Schutzmasken sehr gefragt. Auch diese sind nicht lieferbar. Vorrangig wird medizinisches Personal versorgt.“

Einen Anstieg beim Kauf längerhaltbarer Lebensmittel verzeichnete der Handel. Reis, Mehl, Nudeln, Konservendosen und Trockensuppen fanden sich ebenso wie Taschentücher und WC-Papier in den Einkaufskörben. „Unsere Lagerhäuser sind gut bestückt. Wir haben nun auch unsere Nachlieferungen in die Märkte verstärkt, sodass diese gut mit Nachschub versorgt werden“, heißt es vonseiten Spar. Die Lage im Land war bei Redaktionsschluss auch angesichts der jüngsten Coronavirus-Fälle in anderen Bundesländern soweit ruhig. Derzeit konnte kein direkter Bezug der Patienten zum Burgenland festgestellt werden. „Sollte es Kontakte gegeben haben, würden wir umgehend von den Kollegen aus den anderen Bundesländern verständigt“, erklärte Nicole Schlaffer, die seitens des Landes am Wochenende den Einsatz des Koordinationsstabes leitet. Täglich ist man auch in Kontakt zum Bund und den einzelnen Institutionen. Gegenüber der BVZ bestätigte Schlaffer, dass im Burgenland zwei Personen in häuslicher Quarantäne untergebracht seien, das sei allerdings als reine Vorsichtsmaßnahme zu werten.

Als Mitarbeiter im Krankenhaus Rudolfsstiftung hatten sie Kontakt zum 72-jährigen Corona-Patienten, weshalb sie vorsorglich unter Quarantäne gestellt wurden. Beide wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, ein weiterer Test folgt, wobei man ebenfalls von einem negativen Ergebnis ausgeht. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erklärte: „Es gibt auch prinzipiell keinen Grund zur Panik. Dennoch ist es wichtig, bestmögliche Vorbereitungen zu treffen und wachsam zu sein. Im Burgenland sind wir gewappnet.“ Seitens des Landes ist Sonja Windisch als Gruppenvorständin der Gesundheitsabteilung für die Koordination zuständig. Der „Koordinationsstab Coronavirus“ kommt regelmäßig in der Landessicherheitszentrale in Eisenstadt zusammen. In das Team, das aus Mitarbeitern der Sicherheitszentrale, der Landesamtsdirektion, der Gesundheitsabteilung sowie der Abteilung 2 (Sicherheit, Gemeinden) besteht, werden in erweiterter Runde auch Vertreter der Bezirkshauptmannschaften und Magistrate sowie von Polizei, Bundesheer, Rotem Kreuz und Arbeitersamariterbund eingebunden. An einer Stabsbesprechung nahmen am Montag auch die Bezirksbehörden teil.

Laut Auskunft des Landes ist der Stab rund um die Uhr bereit und steht in ständigem Austausch mit den Krankenanstalten im Burgenland, mit den Rettungsorganisationen sowie mit den Bezirkshauptmannschaften und den Behörden im Bund. Hier werden auch der Informationsaustausch sowie alle laufenden und erforderlichen Maßnahmen koordiniert.