Hotel soll „zur Seite geschafft“ worden sein

Ein 56-jähriger Unternehmer und ein 55-jähriger Immobilienmakler müssen sich wegen betrügerischer Krida vor Gericht verantworten. Bank fordert mehr als 400.000 Euro.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 08. November 2017 | 05:17
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Prozess Gericht Symbolbild
Der Angeklagte wurde zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
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Die beiden Männer hatten 2007 ein Hotel, das sich im Bezirk Eisenstadt befindet, aus einer Konkursmasse gekauft. 2013 hätten sie einen Teil einer Investitionsablöse, die sie einem kurzzeitigen Restaurantbetreiber zahlten, eigentlich zur Abdeckung von Kreditschulden an eine Bank zahlen sollen.

Der Restaurantbetreiber erhielt aber den vollen Betrag in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro, die Bank blieb auf ihren Schulden sitzen, klagte und bekam vor Gericht Recht: Die Hotelbesitzer wurden im Juli 2013 dazu verurteilt, an die Bank 410.000 Euro zu bezahlen.

Doch anstatt dieser Aufforderung nachzukommen, wurde das Hotel zwei Monate später „von einer Hand in die andere“, so Staatsanwältin Petra Bauer, verkauft. Besitzer blieben der Unternehmer und der Immobilienmakler, allerdings gehörte nun das Hotel einer anderen Gesellschaft, deren Geschäftsführer und Gesellschafter aber wiederum die beiden angeklagten Männer waren.

Gesellschaft wechselte um einen Euro Besitzer

Jene Gesellschaft, die rechtskräftig zur Zahlung an die Bank verurteilt worden war, wechselte danach um einen Euro den Besitzer und ging in Konkurs.

Jetzt stehen die Hotelbetreiber wegen des Vorwurfs der betrügerischen Krida vor Gericht. Der Unternehmer erklärte, um die „Zahlen“ habe sich immer sein mitangeklagter Geschäftspartner gekümmert. Dass er insgesamt drei Haftungen für den Bankkredit des Restaurantbetreibers unterschrieb, sei ihm nicht bewusst gewesen: „Das wurde mir untergejubelt“, sagte der Unternehmer.

Der Immobilienmakler bezeichnete die Tatsache, dass die gesamte Ablöse an den früheren Restaurantbetreiber bezahlt und die Ansprüche der Bank nicht befriedigt wurden, als „seinen großen Fehler“. Er habe sich vom Restaurantbetreiber „drängen“ lassen. „Das glaube ich Ihnen nicht!“, hielt Richterin Doris Halper-Praunias dem Angeklagten vor. Der Prozess wurde vertagt, Ende November wird weiterverhandelt.