Imker erleben Zulauf. Die Tätigkeit des Imkerns wird immer beliebter. Der Bienenzuchtverein Mattersburg freut sich über steigende Mitgliederzahlen.

Von Christian Artner. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:43)
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Stefan Apeltauer mt einem seiner Bienenvölker.

Nachdem die letzte Biene gestorben ist, hätte die Menschheit noch vier Jahre Zeit, bis sie ebenfalls ausstirbt. Dieses endzeitliche Szenario hat Albert Einstein angeblich der Menschheit vorherbestimmt, sollten Ligustica, Carnica, Buckfastbiene und andere haarige Pollensammler vom Erdenrund verschwinden.

Obwohl sich kein Beleg finden lässt, dass diese Aussage tatsächlich von ihm stammt, ist die Botschaft darin eine wichtige: dass in einem intakten Ökosystem, zu dem Biene und Mensch gleichermaßen zählen, jegliches miteinander in Wechselwirkung steht.

„Ich glaube, das Bienensterben ist momentan aber kein Thema"

„Ich glaube, das Bienensterben ist momentan aber kein Thema. Die Landwirte nehmen immer mehr Rücksicht und kooperieren immer besser mit den Imkern. Und auch der Einsatz von Giftmitteln wird zunehmend verboten. Wir sind in einem Aufwärtstrend“, ist Stefan Apeltauer, Obmann des Bienenzuchtvereins Mattersburg guten Mutes, eine gesunde Bienenpopulation auch hinkünftig gewährleisten zu können.

Dazu trägt auch der Bienenzuchtverein Mattersburg selbst seinen Teil bei. Seit 2015, als er den Obmannposten übernommen hat, stieg die Anzahl der Hobby- und Nebenerwerbsimker in seinem Verein von 13 auf 48 Mitglieder. Zwischen 650 und 700 Bienenvölker werden von den Imkern aktuell betreut. „Die meisten haben zwischen fünf und fünfzehn Völker. Unser Imker mit der größten Population hat etwa dreihundert.“ Jeder, der Interesse an der Natur und Bienen hat, könne laut Apeltauer sich in der Tätigkeit des Imkerns üben.

Allerdings sollte man sich auch des Aufwandes bewusst sein und sich zunächst etwas mit dem Thema beschäftigen: „Schulungen oder Kurse besuchen, ist sehr ratsam oder sich mit Leuten austauschen, die davon eine Ahnung haben. Denn viele unterschätzen es. Ein Bienenvolk bedarf sehr viel Pflege.“ Apeltauer hat rund fünfzig Völker und wendet etwa einen Tag in der Woche dafür auf. Er rät, mit drei bis fünf Völkern zu beginnen oder zunächst eine Bienenpatenschaft zu übernehmen.

„Interessierte können sich das ein Jahr lang ansehen, Erfahrungen sammeln und nützliche Ratschläge von unseren Imkern bekommen. Wenn das Interesse nach einem Jahr noch immer besteht, gibt es die Möglichkeit bei uns im Verein Bienenvölker zu kaufen.“ Mit 600 Euro müsse man als Einsteiger ungefähr rechnen. Dafür erhält man ein Volk samt Behausung und das nötige Handwerkszeug, wie etwa Schutzanzug, Stockmeißl und Smoker – zur Beruhigung der Bienen, damit sie weniger stechen. Das passiert allerdings dem erfahrensten Imker zuweilen. „Ich werde regelmäßig gestochen. Aber Zwiebeln helfen, um die Schwellung zu lindern.“