Kinderarzt schlägt Alarm: 126 Patienten an einem Tag. Der Mattersburger Kinderarzt kritisiert die Zustände im Gesundheitswesen: An einem Tag hatte er 126 Patienten zu betreuen.

Von Richard Vogler. Erstellt am 11. Dezember 2019 (04:18)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7764744_bvz49wagi_kleinl.jpg
Pressekonferenz. Kurt Kleinl, er tritt bei den Landtagswahlen auch für die ÖVP an, mit Landesobmann Thomas Steiner und Geschäftsführer Christoph Wolf.
Markus Wagentristl

Dass in absehaberer Zeit auch im Bezirk Mattersburg ein Ärztemangel droht, ist bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz schlägt nun Kinderarzt Kurt Kleinl gemeinsam mit ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf und ÖVP-Landeschef Thomas Steiner Alarm. „Ich hatte vor kurzem an einem Tag 126 Patienten. Dies sind im Schnitt fast 14 die Stunde, dies ist eigentlich mit meinem ärztlichen Eid nicht vereinbar und im Grunde unverantwortlich“, berichtet Kleinl, der in der Mattersburger Wienerstraße ordiniert und auch für die ÖVP bei den Landtagswahlen antritt.

Die Gründe für die enorm hohe Anzahl der zu betreuenden Kinder liegen auf der Hand: Kleinl ist der einzige Kinder-Kassenarzt im Bezirk Mattersburg und auch im benachbarten Bezirk Oberpullendorf gibt es lediglich einen Kinderarzt. Hinzu kommt, dass viele Eltern aus Wiener Neustadt oder auch aus Ungarn mit ihren Kindern seine Praxis aufsuchen. „Für mich ist es fast unmöglich, eine Urlaubs- oder Krankenstandsvertretung zu finden. Der Arzt in Oberpullendorf wird in drei Jahre in Pension gehen. Ändert sich nichts, wird das System kollabieren. Eine Forderung, die Kleinl gemeinsam mit Wolf und Steiner stellt: Eine Bundesländer-Quote beim Medizin-Aufnahmetest. Für die Burgenländer gäbe es einen Startnachteil, weil es keine Vorbereitungskurse wie in Wien oder Graz gibt.