Mehrere Straftaten begangen: 15-Jähriger verurteilt. Der Jugendliche aus dem Bezirk Mattersburg bedrohte Kinder mit einer Stichflamme aus Deospray und kaufte mit gestohlener Kreditkarte ein.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:06)
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APA (Symbolbild)

Aus kurzer Entfernung hatte ein 15-jähriger Schüler jüngere Kinder im September 2020 mit einer Stichflamme aus einem Deospray bedroht. Außerdem hat der Bursch andere Personen geschlagen, ein Gartentor beschädigt und war beim Einkauf mit einer gestohlenen Kreditkarte dabei gewesen.

Jugendliche gab im Frühjahr die Taten zu

Vor Gericht hatte der Jugendliche im Frühjahr 2021 die Straftaten zugegeben. Er gestand, mit einem Deospray gespielt und durch Entzünden von Sprühstößen Stichflammen erzeugt zu haben. Dabei hielt er die Spraydose in die Nähe der anwesenden Kinder.

Die Kreditkarte sei im August 2020 von einem seiner Freunde „gefladert“ worden. Gemeinsam kaufte man dann in einem Supermarkt Waren um rund 60 Euro ein und bezahlte mit der gestohlenen Kreditkarte.

Weil die Verteidigerin des Jugendlichen darauf hingewiesen hatte, dass dessen kognitive Leistungsfähigkeit möglicherweise eingeschränkt sei, ließ Richterin Gabriele Nemeskeri ein Gutachten einholen, das klären sollte, ob der Jugendliche, der zum Zeitpunkt der meisten Taten erst 14 Jahre alt gewesen ist, überhaupt schuldfähig ist. Vorige Woche gab die Richterin im Rahmen des zweiten Verhandlungstages bekannt, dass der Jugendliche laut Gutachten zum Zeitpunkt der Taten über ausreichend Reife verfügt habe, um das Unrecht seiner Taten einsehen und sein Verhalten entsprechend steuern zu können. Die Lebenssituation ihres Mandanten habe sich geändert, die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung seien gut, berichtete die Verteidigerin und beantragte eine Diversion.

Diesem Wunsch kam die Richterin jedoch nicht nach: „Leider sind ziemlich viele Taten zusammengekommen“, erklärte sie. Der Strafantrag enthalte eine „lange Liste von Dingen, die Ihnen passiert sind“, führte sie aus. Das sei für eine Diversion zu viel.

Drei Monate auf Bewährung

Der Jugendliche wurde zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. „Wenn Sie sich nichts mehr zuschulden kommen lassen, wird die Strafe nach Ablauf der Probezeit endgültig nachgesehen“, kündigte die Richterin an.

Der Jugendliche war nach Rücksprache mit seiner Verteidigerin mit dem Urteil einverstanden.