Opfer in Tiefschlaf versetzt und beraubt. Ältere Männer in Tiefschlaf versetzt und beraubt. Mehrjährige Haftstrafen nun auch für rumänisches Ehepaar.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 23. Oktober 2020 (05:13)
Symbolbild
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Angestiftet von ihrer 46-jährigen Schwiegermutter, erschlich sich eine 21-jährige Rumänin im Jahr 2019 das Vertrauen zweier betagter Männer mit Wohnsitz im Bezirk Mattersburg.

Sie verabreichte den Männern ein hochpotentes Neuroleptikum, das nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden darf, und durchsuchte, als die Opfer tief schliefen, deren Wohnräume.

219.000 Euro erbeutete sie im Mai 2019, 24.000 Euro und Goldschmuck im Juli 2019.

Wegen dieser Straftaten wurde die Frau im November 2019 zu drei Jahren Haft verurteilt, davon ein Jahr unbedingt.

Die junge Frau, die nach einem weiteren Raubversuch am 16. Juli 2019 verhaftet worden war und im Gefängnis ein Kind zur Welt gebracht hatte, war bei ihren Straftaten zumindest teilweise von einem rumänischen Ehepaar unterstützt worden. Vor Gericht bestritten die 29-jährige Frau und ihr 34-jähriger Mann jedoch jede Beteiligung.

Sie hätten, so die beiden Angeklagten, vom Betteln in Österreich gelebt. „Mit dem Raub hatte ich nichts zu tun“, beteuerte die 29-Jährige.

Angeklagte ist auf Video zu sehen

Sie ist jedoch auf einem Video zu sehen, das von einer Überwachungskamera in der Wohnung eines der Opfer aufgezeichnet wurde, das die skrupellosen Räuberinnen mehrfach aufgesucht hatten.

Der Pensionist hatte Verdacht geschöpft und auf Anraten seiner Verwandten bei weiteren Besuchen der Täterinnen Film- und Audioaufnahmen angefertigt.

Der 34-jährige Angeklagte soll seine Frau und die 21-jährige Täterin zu den Tatorten gebracht und von dort abgeholt haben. Das erbeutete Geld in Höhe von 244.000 Euro soll schließlich der 46-jährigen Drahtzieherin übergeben worden sein, die sich mittlerweile ebenfalls in Österreich in Untersuchungshaft befindet.

„Ich habe das Geld mit eigenen Augen gesehen“, berichtete der 36-jährige Bruder des Angeklagten. „Woher hatten sie das viele Geld? Vorher waren sie arm“, wunderte sich der Zeuge.

Und die Mutter des Angeklagten erzählte, dass die mutmaßliche Drahtzieherin um das „genommene Geld“ eine Villa gekauft habe.

Da dem angeklagten Ehepaar eine Beteiligung am ersten Raub, bei dem 219.000 Euro erbeutet worden waren, nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, erfolgte dazu ein Freispruch.

Wegen der Beteiligung an weiteren Raubfakten wurden sie jedoch verurteilt.

Die Frau muss fünf Jahre Haft absitzen, der Mann vier.