Postler stahl Handys. Wegen 3000 Euro Schulden stellte ein Postbote Pakete mit Handys nicht zu, sondern verkaufte diese privat weiter.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 23. Juni 2018 (05:21)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
ams18danecker Diebe in Garderoben Amstetten
»Langfinger« bestahlen insgesamt 15 Sportler. Foto: Hummer
NOEN, Sabine Hummer

Ein 31-jähriger ungarischer Staatsbürger musste sich vorige Woche wegen des Vorwurfs des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls vor Richterin Birgit Falb verantworten.

Der Mann war im Bezirk Mattersburg als Post-Zusteller tätig gewesen. Von Oktober 2017 bis März 2018 hatte er Pakete, die Mobiltelefone enthielten, nicht korrekt bei den Empfängern abgegeben, sondern diese an sich genommen. 15 Mobiltelefone brachte der Post-Zusteller auf diese Weise in seinen Besitz. Dadurch entstand ein Schaden von 7.870 Euro. Vor Gericht bekannte sich Anfang März von der Post entlassene Ungar zu diesen Vorwürfen schuldig. „Wieso passiert so etwas?“, wunderte sich die Richterin. Als Post-Zusteller habe der Mann 1.350 Euro monatlich verdient - das sei speziell für ungarische Verhältnisse nicht wenig.

Nach Unfall auf Schuldenberg gesessen

„Ich musste Schulden zurückzahlen“, gab der Angeklagte bekannt. Bei der Post hätte er nicht um einen Vorschuss bitten wollen. „Da kam ich auf die Idee mit den Handys“, so der Ex-Postler. Die gestohlenen Handys habe er zirka zum halben Preis verkauft. Verschuldet habe er sich wegen eines Unfalls, den er mit dem nicht versicherten Auto eines Freundes verursacht habe, so der Angeklagte.

Er habe für die Reparaturen an beiden beteiligten Fahrzeugen 3.150 Euro bezahlen müssen. Staatsanwältin Verena Strnad wunderte sich: „Sie wussten ja, dass alle Pakete durchgehend gescannt werden. Ein Verlust fällt ganz schnell auf!“ „Das habe ich mir nicht überlegt“, antwortete der Angeklagte. Da der Mann bislang unbescholten war und versprach, den Schaden so gut wie möglich ratenweise gutzumachen, kam er in den Genuss einer Diversion: Er muss 150 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen, dann wird der Prozess gegen ihn eingestellt.