Erstellt am 14. Juni 2018, 03:42

von Elisabeth Kirchmeir

Privatfahrt beim Heer. Von einem Bundesheer-Fahrzeug ließ ein Unteroffizier privaten Besitz abholen – Anklage wegen Amtsmissbrauchs.

Symbolbild  |  APA

Ein mittlerweile pensionierter Unteroffizier aus dem Bezirk Mattersburg, der in einer Kaserne in Niederösterreich Dienst versah, stand vorige Woche wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs vor Gericht. Zackig antwortete er zu Beginn des Prozesses auf die Fragen von Richterin Karin Lückl zu seiner Person mit einem strammen „Jawoll!“. „Man merkt, dass Sie beim Bundesheer waren!“, schmunzelte die Richterin.

Der Unteroffizier hatte am 13. November 2017 von einem ihm unterstellten Angestellten des Bundesheers vom Haus seiner Ex-Gattin im Bezirk Mattersburg Aluminium-Schrott und Holzabfälle abholen und in die Kaserne nach Niederösterreich bringen lassen. Dieser private Lkw-Transport wurde als „Versorgungsfahrt nach Wien“ deklariert.

„Die Republik wurde geschädigt“

„Die Bediensteten haben den Auftrag, den Einsatz des Bundesheers zu fördern und nicht private Entrümpelungen durchzuführen“, stellte Staatsanwalt Roland Koch klar. Sein Mandant sei 40 Jahre lang Soldat gewesen und habe eine „makellose Akte“, sagte der Verteidiger des Angeklagten. „Ich war unter Zeitdruck. Die Scheidung stand bevor. Ich musste die Gegenstände holen“, gab der Pensionist über seine Beweggründe an. „Die Republik wurde geschädigt“, ermahnte Richterin Karin Lückl den Angeklagten. Sie wies auf den Spritverbrauch, den Zeitaufwand und die dienstfremde Verwendung des Bundesheer-Mitarbeiters hin.

Der Pensionist kam in den Genuss einer Diversion.

Wenn er 2.700 Euro Geldbuße und 250 Euro Pauschalkostenbeitrag für den Prozess bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.