Spielsucht mit Geld der Mutter finanziert. 23-Jähriger finanzierte seine Spielsucht mit Geld der Mutter seiner Freundin – fünf Monate unbedingt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 24. Juli 2019 (04:20)
Symbolbild
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Von November 2018 bis Februar 2019 bediente sich ein 23-jähriger Arbeiter aus dem Bezirk Mattersburg ungeniert am Konto der Mutter seiner Freundin.

Mit der Bankomat- und der Kreditkarte seiner Freundin, die auf das Konto von deren Mutter liefen, führte er Barbehebungen durch und nahm an Glücksspielen im Internet teil.

Vorige Woche musste sich der junge Mann vor Gericht verantworten.

Achtmal hatte der 23-Jährige mit der Kreditkarte und der Bankomatkarte seiner Freundin Bargeld behoben – insgesamt zog er auf diesem Wege 1.960 Euro vom Konto der Mutter seiner Freundin ab.

Außerdem nützte er die Kreditkarte 49 Mal für Online-Zahlungen in der Höhe von insgesamt 1.502 Euro.

Doch damit nicht genug: Der Mann verscherbelte Gold- und Silberschmuck der Mutter seiner Freundin an einen Verkäufer, der ihm die Stücke gleich auf der Straße abnahm und dafür 350 Euro aushändigte.

Verteidiger Josef Lagler wies darauf hin, dass sein Mandant auf einem Schuldenberg von 30.000 Euro sitze und im Privatkonkurs sei, weil ihn sein Vater als „Strohmann für ein Lokal missbraucht“ habe.

Pin-Codes waren dem Angeklagten bekannt

Der 23-jährige, bereits zweifach vorbestrafte Mann bekannte sich schuldig. Er habe sich bei seiner Freundin und deren Mutter entschuldigt und einen Teil des Schadens bereits gutgemacht. Die Pin-Codes für die beiden Karten habe er gekannt, weil er zuvor für seine Freundin oder deren Mutter Einkäufe erledigt habe. „Der Vertrauensmissbrauch war groß“, ermahnte Richterin Daniela Berger den Angeklagten.

Spielsüchtig und auch drogensüchtig

Die 55-jährige Kontobesitzerin berichtete, sie habe im Februar 2019 einen Anruf von der Bank bekommen, dass ihr Konto überzogen worden sei.

„Ich hatte ihm die Codes verraten“, sagte die 20-jährige Freundin des Angeklagten.

Ihr Freund habe alles zugegeben, auch dass er online gespielt habe. Sie habe ihn dann am selben Tag „rausgeschmissen“, sich dann aber mit dem Angeklagten wieder versöhnt.

„Spielsüchtig war er auf jeden Fall, drogensüchtig auch“, sagte die 20-Jährige. Jetzt habe sich ihr Freund gebessert.

Richterin Daniela Berger verurteilte den Mann zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, davon fünf Monate unbedingt. Der 23-Jährige nahm das Urteil an.