Süchtiger Wiederholungstäter brach bei Tierarzt ein

Erstellt am 03. Dezember 2022 | 04:16
Lesezeit: 2 Min
Gericht Symbolbild
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Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen
28-Jähriger kurvte unter Drogeneinfluss durch den Bezirk Mattersburg und stahl neuerlich aus Tierarztpraxis Ketamin.
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Erst im April dieses Jahres hatte Richterin Karin Knöchl den 28-jährigen Mann aus dem Bezirk Mattersburg verurteilt, weil er fünfmal versucht hatte, in Tierarztpraxen einzubrechen. Der Drogensüchtige war auf der Suche nach dem Pferde-Betäubungsmittel Ketamin. Vorige Woche saß der 28-Jährige neuerlich auf der Anklagebank.

„Was verstanden Sie nicht bei der letzten Verhandlung?“, wunderte sich Richterin Birgit Falb. Der 28-Jährige hatte in der Nacht von 26. auf 27. Juli dieses Jahres zuerst versucht, in die Wohnung eines kürzlich verstorbenen Mannes einzubrechen. Danach schlug er bei einer Tierarztpraxis, die er bereits von früheren Diebstouren kannte, die verglaste Eingangstüre ein. Vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er sich am 26. Juli bei seinem Arzt zwei Packungen Benzodiazepin geholt habe, Psychopharmaka, die bei Angstzuständen verschrieben werden. „Ich schluckte sie wie Zuckerl“, sagte der 28-Jährige. „Wie viele dürfen Sie pro Tag nehmen?“, fragte die Richterin. „Ich glaube, eines“, antwortete der Angeklagte.

Er sei dann trotz seiner Beeinträchtigung ins Auto seines Vaters gestiegen und zur Wohnung eines verstorbenen Freundes gefahren. „Warum wollten Sie in die Wohnung?“, wunderte sich die Richterin. „Ich weiß es ehrlich gesagt nicht“, antwortete der Angeklagte. „Ich war schon so auf Entzug!“ Der Verstorbene sei selbst Drogenkonsument gewesen. „Ich glaubte, dass noch Drogen dort sind“, meinte der Angeklagte. Als er bemerkte, dass er bei seinem Einbruchsversuch beobachtet wurde, habe er die Flucht ergriffen und sei ein paar Ortschaften bis zur Tierarztpraxis weitergefahren, um „Ketamin zu holen“, wie er sagte. Vier Fläschchen habe er mitgenommen und konsumiert.Die Polizei nahm Spuren auf, wertete Zeugenaussagen und DNA-Proben aus und verhaftete den Verdächtigen schließlich am 17. September. Der 28-Jährige wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Er ersuchte um Strafaufschub, um eine stationäre Drogenentzugstherapie absolvieren zu können.

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