Vater und Sohn bestahlen die Post. Nach dem Sohn griff nun auch der Vater beim Postpartner in die Kasse: Insgesamt sind 88.600 Euro weg.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:30)
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Postpartner. Vater und Sohn sollen Postgelder veruntreut haben. Jetzt stand der Vater vor Gericht.Symbolbild: Bilderbox

Ein 53-jähriger Mann musste sich wegen der Veruntreuung von 43.900 Euro als Leiter zweier Postpartner-Stellen in den Bezirken Mattersburg und Neunkirchen vor Gericht verantworten. Damit hatte er nunmehr dasselbe Delikt begangen wie sein Sohn, dem er 2015 nach einer schweren Erkrankung die Leitung der Postpartner-Stelle im Bezirk Mattersburg übertragen hatte.

Urteil: 16 Monate Haft auf Bewährung

Der 31-jährige Sohn hatte aus Geldnot rund 35.000 Euro aus Einzahlungen der Postkunden für private Zwecke verwendet. Seine Straftaten waren am 12. Juni 2016 aufgeflogen, als der Vater im Tresor der Postpartner-Stelle nur mehr 4.700 statt der vermeintlich dort deponierten 40.000 Euro fand. Um den Sohn zu decken, entnahm der Vater die verbliebenen 4700 Euro und täuschte gegenüber der Polizei und der Post einen Einbruchsdiebstahl vor. Er wurde jedoch rasch der Lüge überführt und saß am 1. Februar 2018 mit seinem Sohn auf der Anklagebank. Vater und Sohn wurden zu jeweils sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Nach den Straftaten, die am 12. Juli 2016 bekannt wurden, führte der Vater wieder die Geschäfte beim Postpartner. Und wie der Sohn veruntreute auch der Vater Geld und zwar im Zeitraum vom 1. September 2017 bis 31. Jänner 2018 in der Höhe von 43.900 Euro.

Vor Kurzem stand er dafür vor Gericht und vor einem noch größeren Scherbenhaufen. Die Schulden sind auf 360.000 Euro angewachsen, der früher erfolgreiche Geschäftsmann und Betreiber mehrerer Unternehmen lebt von der Notstandshilfe. „Mein Sohn sagte, er bringt mir Geld von der Post“, versuchte der Vater, seine schwierige Situation zu erklären. Um Forderungen, unter anderem vom Finanzamt, begleichen zu können, habe er sich Geld von Freunden ausgeborgt, dann von anderen Leuten, die er von früher kannte.

„Vom Sohn sah ich keinen Groschen“

„Vom Sohn sah ich keinen Groschen“, berichtete der Angeklagte weiter. Das Schuldenrad habe sich so richtig zu drehen begonnen. Bei einer Hausdurchsuchung hatte man bei dem 53-Jährigen einen Teleskopschlagstock gefunden, eine in Österreich verbotene Waffe. Er habe früher eine Diskothek betrieben, da sei dieser Schlagstock liegen geblieben. „Ich habe mir nichts dabei gedacht, jeder Türlsteher hat so etwas besessen“, sagte der Angeklagte. Er wurde wegen Veruntreuung und nach dem Waffengesetz zu 16 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An die Post muss er 43.900 Euro bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.