Vorbestrafter Familienvater bedrohte Frau und Kinder. Vorbestrafter Familienvater belästigte und bedrohte Frau und Kinder: Weisung vom Gericht, den Kontakt mit Familie zu unterlassen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 19. Februar 2020 (04:31)
Heftig. Der Mann drohte seiner Tochter, sie werde nie wieder das Tageslicht sehen, er werde sie finden und umbringen.
Symbolbild: Shutterstock / Rainer Fuhrmann

Vor fast genau zwei Jahren war der gebürtige Kosovo-Albaner verurteilt worden, weil er zweimal Familienmitglieder mit einem Küchenbeil bedroht hatte.

Wenige Monate nach diesem Urteil begann er wieder, seine Frau und seine Kinder zu belästigen und zu bedrohen. Kurz vor Weihnachten 2017 war die Ehefrau mit der Tochter und den drei Söhnen aus dem Haus des Ehemannes im Bezirk Eisenstadt ausgezogen und in den Bezirk Mattersburg übersiedelt. Der neue Wohnsitz sollte vor dem gewalttätigen Familienvater geheimgehalten werden.

"Ich werde das Haus anzünden"

Doch schon im Sommer 2018 soll er die Familie mit Anrufen, Social Media Nachrichten und Kontrollfahrten vor dem neuen Wohnsitz belästigt haben.

Vor Richterin Daniela Berger bekannte sich der 55-jährige Maurer nicht schuldig.

Auf einer Sprachnachricht ist zu hören, wie der Vater seiner Tochter auf Albanisch droht, sie werde nie wieder das Tageslicht sehen, er werde sie finden und umbringen.

„Da haben sie mich provoziert!“, behauptete der Angeklagte. Ein anderes Mal soll er seinem Sohn folgendes gedroht haben: „Ich werde das Haus anzünden, wenn alle schlafen. Der Angeklagte entgegnete, dass dies leere Worte gewesen seien. Seinem künftigen Schwiegersohn hatte er jenen Zeitungsartikel geschickt, in dem über den Prozess nach dem Vorfall mit dem Küchenbeil berichtet wurde.

„Damit er weiß, mit wem er es zu tun hat!“

„Nur damit er weiß, mit welchen Menschen er es tun hat“, erläuterte der Angeklagte. Er habe dem Freund seiner Tochter zeigen wollen, „welchen Komplott sie gegen mich machen“.

Die Aktionen des Familienvaters gipfelten am 22. September 2019 in einem Vorfall im Bezirk Mattersburg.

Zwei Söhne des Angeklagten und der Freund der Tochter waren damals im Auto unterwegs, als plötzlich vor ihnen das Auto des Familienvaters auftauchte.

„Er blieb stehen, stieg aus, schlug gegen die Beifahrerscheibe und trat gegen das Auto ein“, berichtete einer der Söhne. Der Vater habe geschrien: „Ich bringe euch alle um, ich werde euch alle töten.“ Aus Panik gab der künftige Schwiegersohn, der am Steuer saß, Gas, der Angeklagte wurde auf die Kühlerhaube geschleudert.

Ein vor Gericht vorgespieltes Handyvideo zeigte die dramatischen Szenen: Der Angeklagte klammerte sich am Autodach fest, schlug mit den Fäusten auf die Windschutzscheibe ein und verdeckte dem Fahrer schließlich mit seinem Körper die Sicht. „Sie bedrohten mein Leben!“, empörte sich der Angeklagte.

Der Familienvater wurde zu einem Monat Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1440 Euro Geldstrafe verurteilt und erhielt die Weisung, jeglichen Kontakt und Umgang mit seiner Familie zu unterlassen.