Bienen wegen amerikanischer Faulbrut in "Quarantäne"

Die Bienenseuche trat in Neustift auf. Drei Kilometer große BienenSperrzone (Forchtenstein, Wiesen, Mattersburg) von der Bezirkshauptmannschaft erlassen.

Erstellt am 03. Juni 2021 | 05:16
Bienen in Quarantäne
Noch rund sechs Wochen wird die „Quarantäne“ für die Bienen andauern.
 
Foto: Shutterstock / Sergii Sobolevskyi

Mitte Mai wurde ein Fall von der „Amerikanischen Faulbrut“ bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg gemeldet. „Werden vom Imker im Rahmen seiner Tätigkeit Anzeichen auf die Amerikanische Faulbrut entdeckt (z.B. lückenhaftes Brutnest, hell- bis dunkelbraune fadenziehende Masse in der Brutzelle), so zeigt er seinen Verdacht bei der zuständigen Behörde an“, erläutert Amtstierärztin Verena Brazda. Von einem Sachverständigen wurde eine Probe entnommen und zur Analayse eingesandt.

Bei Seuchenfall 3km Sperrkreis

„Kommt es zu einem bestätigten Seuchenfall, wie auch im Bezirk Mattersburg diesen Mai, so wird ein sogenannter Sperrkreis mit einem Radius von 3 Kilometen um den Bienenstandort gezogen. Alle sich in diesem Radius befindlichen Bienenstandorte werden auf Krankheitsanzeichen überprüft“, so Brazda. Dies bedeutet im Konkreten, dass es nun eine „Sperrzone“ für Bienen gibt. Bienenstöcke dürfen weder hin- noch wegtransportiert werden. Betroffen davon sind die Gemeinden Forchtenstein, Wiesen und Mattersburg.

„Betreiber von Bienenständen innerhalb eines Sperrkreises unterliegen bestimmter Bestimmungen: Nicht gemeldete Standorte von Bienenvölkern sind der Behörde unverzüglich nachzumelden, Bienenvölker dürfen nicht aus der Zone ausgebracht und nur mit Bewilligung der Behörde in die Zone eingebracht werden“, führt Brazda weiters aus. Noch rund sechs Wochen wird die „Quarantäne“ für die Bienen andauern. „Kommen innerhalb von zwei Monaten nach Durchführung der angeordneten Heil- und Desinfektionsverfahren keine weiteren Erkrankungen vor, erfolgt die sogenannte Schlussrevision. Wird im Rahmen dieser der Bienenstand als seuchenfrei festgestellt, werden die Sperrmaßnahmen aufgehoben“, geht Brazda ins Detail.

Bereits 2019 Fall von Amerikanischer Faulbrut

Das Auftreten der Amerikanischen Faulbrut ist im Bezirk Mattersburg kein unbekanntes Thema. Im Jahr 2020 waren einige Gemeinden des Bezirkes Mattersburg von einem Sperrkreis, welcher im benachbarten Niederösterreich sein Zentrum hatte, betroffen. Im Jahr 2019 gab es den letzten aus dem Bezirk Mattersburg selbst ausgehende Fall der Amerikanischen Faulbrut. Dem Vernehmen nach soll der Fall von einem ungeprüften Imker ausgegangen sein.

„Es gibt immer mehr Grundstückseigentümer, die glauben, dass sie was gutes tun, wenn sie sich Bienenstöcke im Garten aufstellen lassen. Oft fehlt dann die nötige Fachkenntnis, um auch sorgfältig mit der Bienenzucht umzugehen“, berichtet Ludwig Viehaus, Obfraustellvertreter des Mattersburger Bienenzuchtvereins. „Es gibt zum Beispiel Kurse in Eisenstadt oder in Warth, die man absolvieren könnte. Dort könnte man Anfängerkurse machen, damit man auch alle Richtlinien kennt.“