Commerzialbank Mattersburg: Ermittlungen auch gegen Steuerberater

Erstellt am 04. Juni 2022 | 10:00
Lesezeit: 2 Min
Bilanzskandal rund um die Commerzialbank Mattersburg
Symbolbild
Foto: APA
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt im Zusammenhang mit der Commerzialbank inzwischen auch gegen einen ehemaligen Steuerberater wegen des Verdachts des schweren Betrugs und der Bilanzfälschung. Dieser weist im "Kurier" via Anwältin die Vorwürfe zurück.
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Der Beschuldigte war nicht nur Steuerberater der 2020 Pleite gegangenen Commerzialbank Mattersburg, sondern auch der insolventen Unternehmen Zimmermann GmbH, Aleca Möbelwerkstätte und Schappelwein Waren-HandelsgmbH. Diese Firmen sollen von Ex-Bankchef Martin Pucher mit Millionen der Bank künstlich am Leben erhalten worden sein, obwohl sie seit Jahren zahlungsunfähig gewesen seien.

Dem Steuerberater wird von der WKStA laut "Kurier" vorgeworfen, "in den Jahresabschlüssen die Verhältnisse der Gesellschaften unrichtig wiedergegeben zu haben oder erhebliche Umstände verschleiert oder verschwiegen zu haben". Die Vorwürfe basieren auf einem Sachverständigengutachten zur Zimmermann GmbH. Der Beschuldigte weist dies zurück, da man ihm nicht vorwerfen könne, Bilanzfälschung begangen zu haben, wenn er vom Geschäftsführer vorsätzlich nicht richtig informiert worden sei.

Der Masseverwalter der SVM Profisport GmbH hatte den Steuerberater unterdessen zivilrechtlich auf 1,5 Mio. Euro Schadenersatz verklagt. Diese Klage wurde vom Landesgericht Eisenstadt allerdings abgewiesen. Seine Verteidigerin erklärte in der Tageszeitung: "Das Gericht hat festgestellt, dass ein Unternehmen, das sich selbst durch seine Entscheidungsträger schädigte, keinen Schadenersatz von einem Berater verlangen kann."

Die WKStA war am Samstag für die APA nicht erreichbar.

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