Begegnungszonen für die Mattersburger Innenstadt?

Erstellt am 07. April 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
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Rund 110 interessierte Zuhörer fanden sich am Dienstag in der Bauermühle ein.
Foto: Richard Vogler
Ein erster Vorschlag für ein Mattersburger Verkehrsleitbild wurde präsentiert: In der Juden- und Gustav Degengasse könnten Begegnungszonen umgesetzt werden.
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Die Planungen für die Neugestaltung der Mattersburger Innenstadt schreiten voran. Im November vergangenen Jahres gab es im Florianihof die Präsentation eines ersten Rohkonzepts. Dort konnten sich Innenstadtunternehmer einbringen, anschließend gab es vom Verkehrsplanungsbüro MiRo Mobility Verkehrszählungen und eine Analyse des Parkverhaltens in der Mattersburger Innenstadt.

Am Dienstag dieser Woche wurde zur Bürgerversammlung zur Innenstadtgestaltung geladen. „Mit der Gemeinde wurden die Daten diskutiert und in das erste Konzept eingearbeitet. Wir sind heute hier, um mit Ihnen zu diskutieren und in weiterer Folge ihre Vorschläge in das Leitbild zu integrieren“, erläuterte Miro-Chef Roman Michalek den rund 110 Anwesenden zu Beginn der Veranstaltung. Anschließend wurden die Ergebnisse der Verkehrsfrequenzen erläutert. Es herrscht ein extrem hohes Verkehrsaufkommen im Innenstadtring: Im Schnitt passieren 8.500 Kraftfahrzeuge pro Tag die Michael Kochstraße, in der „Spitzenstunde“ zwischen 16 und 17 Uhr zwischen 850 und 900.

Die Parkanalyse brachte das Ergebnis, dass die Haltezonen (Maximale Aufenthaltsdauer zehn Minuten) nicht funktionieren: 55 Prozent aller Haltevorgänge dauern länger als eine Stunde, es gibt einen hohen Anteil an Dauerparkern, die länger als zwei Stunden verbleiben. Die Spitzenauslastung gibt es im Bring- und Holverkehr bei der Volksschule.

Mittelfristig soll Verkehrsverlagerung erreicht werden

Als übergreifendes Ziel wird kurzfristig eine Verringerung des Parkplatzsuchverkehrs angestrebt, eine Verlagerung auf Fußgeher, Rad- und öffentlichen Verkehr; mittelfristig wird eine räumliche Verkehrsverlagerung angestrebt.

Und auch ein Verkehrsleitbild wurde von MiRo präsentiert: Es wird eine Parkdauer von maximal 30 Minuten im Innenstadtring empfohlen sowie die Bereitstellung von zusätzlichen Dauerparkplätzen am geplanten Areal für das neue Rathaus in der Michael Kochstraße. Eine Begegnungszone soll in der Judengasse verordnet werden, dort soll eine Flanierzone mit Schanigärten entstehen und eine Reduktion der Stellplätze erfolgen. Ebenso soll in der Michael Kochstraße eine Begegnungszone umgesetzt werden, die Planung ist dort jedoch erst im Zuge des städtebaulichen Wettbewerbs sinnvoll.

Eine „Fußgängerachse“ zwischen Kochstraße und Veranstaltungsplatz soll ebenso umgesetzt werden wie auch eine durchgängige Radachse entlang der Wulka.

Stadtplaner Heinz Gerbl und Architekt Leonhard Panzenböck präsentierten auch Vorschläge für die Neugestaltung einzelner Innenstadtbereiche. Für die Degengasse bei der Platanenallee etwa wird empfohlen, diese nur mehr zum Teil für den öffentlichen Verkehr zu nutzen.

Die weitere Vorgangsweise? Jene Anregungen, die von den Anwesenden eingebracht wurden, sollen nach Möglichkeit in das Innenstadtkonzept miteinbezogen werden, weitere Gespräche zwischen Gemeinde, Michalek, Gerbl und Panzenböck werden folgen; wie die neue Innenstadt aussehen wird, entscheidet schlussendlich der Gemeinderat.

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