Feuerwehr Mattersburg entging „sechsstelliger Betrag“

Stadtfeuerwehr reagiert auf Aussagen Martin Puchers in der „Causa Ivancsich“. Demnach wurde doch zu wenig verrechnet.

Erstellt am 13. Mai 2021 | 04:55
 Thomas Dienbauer
Stadtfeuerwehrkommandant Thomas Dienbauer.  
Foto: Vogler

Wie die BVZ in der Vorwoche berichtete, waren die Gründe für den Ausschluss vom ehemaligen Stadtfeuerwehrkommandanten Otto Ivancsich (siehe Infobox) auch ein Punkt bei der Befragung von Ex-SVM-Präsident Martin Pucher durch die Staatsanwaltschaft. Laut Pucher sei seines Erachtens der Vorwurf, Ivancsisch hatte weniger verrechnet, als tatsächlich an Leistungen erbracht wurde, nicht richtig. In einem offenen Brief als Reaktion auf die Aussagen von Pucher meldet sich nun die Stadtfeuerwehr Mattersburg zu Wort.

„Keine Laune der Feuerwehr“

Zusammengefasst wird dort festgehalten, dass die die Annahme von Pucher schlichtweg falsch sei.

„Die persönliche Meinung des Herrn Puchers ist dabei das eine, die gesetzlichen Rahmenbedingungen das andere. Die Bereitstellung der Brandsicherheitswache ist keine Laune der Freiwilligen Feuerwehr Mattersburg oder des SVM, sondern wurde von den zuständigen Behörden bescheidmäßig vorgeschrieben“, wird im offenen Brief festgehalten, um auch ins Detail zu gehen: „Die Preisgestaltung der einzelnen Positionen erfolgt dabei ebenfalls nicht willkürlich, sondern auf der Grundlage einer, von der Landesregierung erlassenen, Feuerwehr-Tarifordnung. Laut dieser Tarifordnung hätte pro Spiel ein Betrag von durchschnittlich über 1400 Euro verrechnet werden sollen. Wie von Herrn Pucher richtigerweise ausgesagt, wurden aber pro Spiel nur 1000 Schilling, also zirka 72 Euro, beziehungsweise später 350 Euro errechnet. Über die gesamte Bundesligazeit des SVM hochgerechnet, entging der Feuerwehr Mattersburg durch diese zu niedrige Verrechnung ein höherer, sechsstelliger Eurobetrag.“

Laut dem Schreiben wurde, um den Hintergrund dieser zu niedrigen Verrechnung zu klären, Ivancsich von der neuen Führung mehrmals erfolglos zu einem Gespräch geladen. Auch mit dem SVM soll das Gespräch gesucht worden sein, um den höheren Rechnungsbetrag zu erklären. Vorerst leider erfolglos. Erst nach mehrmaliger Urgenz und Vermittlung der Stadtgemeinde, soll es zu einem Gespräch mit dem SVM zu Stande gekommen sein.

„In diesem Gespräch zeigte sich Herr Pucher bereit, die ab der Saison 2019/2020 richtig, laut Tarifordnung verrechneten Brandsicherheitswachen zu bezahlen. Dabei ging es um offene Forderungen von knapp 18.000,- Euro. Leider kam, noch bevor die Rechnungen beglichen wurden, der Skandal um die Commerzialbank dazwischen. Die Feuerwehr Mattersburg blieb auf den offenen Forderungen sitzen. Allerdings wurden diese Forderungen im Zuge des Konkursverfahrens des SVM geltend gemacht. Dieses Verfahren läuft noch“, wird weiters im offenen Brief festgehalten.

„Verstehe die Handlungsweisen nicht“

„Ich verstehe die damaligen Handlungsweisen noch immer nicht. Andere Einsatzorganisationen, welche ebenfalls bescheidmäßig vorgeschrieben waren, wurden immer angemessen und vollständig bezahlt““, so Stadt-Feuerwehrkommandant Thomas Dienbauer im offenen Brief.