Auszahlungen durch Einlagensicherung laufen an. Im Bilanzskandal um die Mattersburger Commerzialbank laufen nun die ersten Auszahlungen durch die Einlagensicherung an. Die Briefe an die Kunden, die einen Onlinezugangscode zur Bekanntgabe der neuen Daten enthalten, werden am heutigen Mittwoch zugestellt, sagte Stefan Tacke, Geschäftsführer der Einlagensicherung, zur APA. Man rechne damit, dass viele noch in dieser Woche ihr Geld erhalten.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 22. Juli 2020 (13:03)
Millendorfer

Ein Großteil der Betroffenen, die bisher in die Servicestelle der Einlagensicherung in der Commerzialbank-Filiale in Zemendorf gekommen sind, habe bereits ein neues Konto. Auch aufgrund der Sonderschichten und verlängerten Öffnungszeiten der anderen Banken gehe man davon aus, dass viele bereits ein neues Konto eröffnen konnten. "Wir haben schon eine Unmenge an E-Mails bekommen, in denen Kunden ihre Daten bekanntgeben", sagte Tacke.

Der Andrang zur Servicestelle in Zemendorf sei "nicht so groß wie befürchtet. Die Polizei hat nichts zu tun gehabt und das Geschehen vom Schatten aus beobachten können", erzählte der Geschäftsführer. Da die Servicestelle vor allem für Menschen gedacht sei, die keinen Internetzugang haben und ihre Daten nicht online bekanntgeben können, sei nicht zu erwarten, dass viele Betroffene nach Zemendorf kommen.

Am heutigen Mittwoch und in den kommenden Tagen könnte der Andrang laut dem Geschäftsführer allerdings leicht steigen, zumal die Betroffenen dann die Briefe mit den Zugangscodes erhalten haben sollten.

Sobald die Commerzialbank-Kunden mit dem Code ihre Daten online bekanntgegeben haben, sollten sie binnen 24 Stunden ihr Geld erhalten. "Wir rechnen schon damit, dass diese Woche ein beträchtlicher Teil das Geld auf dem Konto haben wird", betonte Tacke.

Auf Basis der Daten, die man von der Bank erhalten habe, gehe man davon aus, dass 95 Prozent der anspruchsberechtigten Kunden in voller Höhe entschädigt werden. "Sie fallen um nichts um", sagte Tacke. Wer über 100.000 Euro bei der Commerzialbank habe, könne die Summe darüber hinaus in einem möglichen Insolvenzverfahren anmelden.