Einlagensicherung zahlte bisher 427 Mio. Euro aus

Die Auszahlungen an die vom Bilanzskandal der Commerzialbank Mattersburg geschädigten Kunden gehen voran.

Erstellt am 17. August 2020 | 13:46
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Mit Stand vom Freitag, den 14. August, hat die Einlagensicherung laut eigenen Informationen auf ihrer Homepage bereits 11.000 Kunden entschädigt. Das sind 82 Prozent aller anspruchsberechtigten Kunden. Insgesamt wurden bisher 427 Mio. Euro ausbezahlt.

Über die Einlagensicherung ist in der Regel jeder Bankkunde mit Spareinlagen bis zur Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Wer über 100.000 Euro bei der Commerzialbank hatte, kann die Summe aber in einem möglichen Insolvenzverfahren anmelden. Ende Juli wurde das Konkursverfahren für die Bank eröffnet, der Gläubigerausschuss tagte erstmals am 10. August.

In bestimmten Fällen - bei zeitlich begrenzt gedeckten Einlagen - kann der gesicherte Betrag jedoch von 100.000 auf bis zu 500.000 Euro ansteigen. Dafür muss man allerdings nachweisen können, dass die Einlage wegen eines besonderen Ereignisses - beispielsweise Immobilien-Transaktionen, Ehe, Scheidung oder Pensionsantritt - erhöht ist.

Der Topf der Einlagensicherung wird aus den Beiträgen der einzelnen Banken gespeist - beteiligt sind alle Banken außer der Sparkassengruppe, die ihre eigene Einlagensicherung hat. Um die Auszahlungen, die heuer für die Pleiten bei der Mattersburg-Bank und bei der ehemaligen Meinl Bank anfallen, wieder aufzufüllen, werden die Banken in den kommenden Jahren wahrscheinlich deutlich höhere Beiträge berappen müssen. Erste Vorschläge seitens der Banken zu einer Beteiligung der Kunden über eine Art Selbstbehalt wurden bereits laut. Sie werden aber von Konsumentenschützern strikt abgelehnt.

Laut Schätzungen geht die Einlagensicherung davon aus, dass sie für die ehemaligen Commerzialbank-Kunden bis zu 490 Mio. Euro auszahlen muss. Die Pleite der Ex-Meinl-Bank Anglo Austrian ABB dürfte die Einlagensicherung dagegen rund 50 Mio. Euro kosten.