Gemeinden entscheiden über Forderungsverkauf

Die Pleite der Commerzialbank Mattersburg im Juli 2020 hat auch zehn Gemeinden mitunter heftige Verluste beschert. In Summe sind es rund 5,12 Mio. Euro.

Erstellt am 03. Juni 2021 | 06:00
Commerzialbank Mattersburg Symbolbild
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Foto: APA/ROBERT JAEGER

In den nächsten Wochen wollen sie entscheiden, ob sie das Angebot des Landes zum Verkauf der Forderungen gegen die staatlichen Bankenaufsichtsorgane bei einer Quote von 60 bis 70 Prozent annehmen. Die Ortschaften dürften die Möglichkeit nutzen, wie ein Rundruf der APA zeigte.

Die betroffenen Gemeinden liegen alle bis auf Großhöflein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) im Bezirk Mattersburg, dem Haupttätigkeitsgebiet der Commerzialbank. Am schlimmsten hat es Loipersbach getroffen, die Verluste durch die Bankenschließung betrugen hier 1,5 Mio. Euro, gefolgt von Forchtenstein mit 1,4 Mio. Euro und Schattendorf (1,025 Mio. Euro). Vergleichsweise glimpflich kamen Sigleß (30.000 Euro) und Bad Sauerbrunn (9.000 Euro) davon. Hirm verlor durch den Bankencrash 350.000 Euro, Baumgarten 325.000 Euro und Krensdorf 224.000 Euro. In Großhöflein waren es 197.000 Euro und in Draßburg 57.000 Euro.

Jetzt können sie die Forderungen gegen die staatlichen Bankenaufsichtsorgane an das Land verkaufen und geben das Risiko bei einem Prozess gegen die Republik ebenfalls an dieses ab. Die Gemeinden wurden seitens des Landes, politisch zuständig ist Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ), im Vorfeld bereits informiert. Derzeit werden individuelle Angebote erarbeitet, hieß es zur APA. Die betroffenen Kommunen warten diese noch ab und werden dann in den nächsten Gemeinderatssitzungen entscheiden. Ende Juni sollen die meisten stattfinden. Man sei gut beraten, dieses anzunehmen, da man sich als Gemeinde eine lange Prozessdauer nicht leisten und das Geld gut brauchen könne, lautete der Tenor in den Amtsstuben.

Wie viel Geld das Land in Summe den geschädigten Gemeinden dann für die übernommenen Forderungen ausbezahlt, könnte Ende Juni, Anfang Juli feststehen - kurz vor dem ersten Jahrestag der Bankenpleite. Es dürfte ein Betrag von rund 3 bis 3,5 Mio. Euro sein.