Walbersdorfer macht Musik für die Nachbarn

Markus Pöttschacher spielt seit Mitte März täglich um 18 Uhr verschiedenste Stücke mit unterschiedlichsten Instrumenten.

Erstellt am 25. April 2020 | 06:18
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Markus Pöttschacher am Balkon seines Hauses, wo er täglich aufspielt. Am Sonntag vergangener Woche wurde er dabei auch von Sohn Leo sowie den Töchtern Ida und Evi unterstützt.
Foto: Richard Vogler

Um ein wenig von der damals noch sehr tristen Corona-Situation etwas abzulenken, wurde Mitte März ein Flashmob-Gig von Musikern aus ganz Österreich initiiert. Seitdem spielen verschiedenste Musiker in Österreich auf.

Einer, der seit Anbeginn dieses Ritual tagtäglich, Punkt 18 Uhr, mitmacht, ist der Walbersdorfer Markus Pöttschacher.

„Als ich fertig war, standen die Nachbarn neben unserem Haus und haben applaudiert. Da war es für mich selbstverständlich, dass ich auch weiterhin, jeden Tag, musizieren werde“Markus Pöttschacher über seinen ersten „Corona-Gig“

„Ich habe davon mitbekommen, da habe ich mir gedacht, dass ich mich einfach auf die Terrasse stelle und aufspiele. Als ich damit fertig war, standen die Nachbarn neben unserem Haus und haben applaudiert. Da war es für mich selbstverständlich, dass ich auch weiterhin, jeden Tag, musizieren werde“, berichtet Pöttschacher. Seitdem hat er diverse Stücke mit verschiedensten Instrumenten wie Tuba, Posaune, Gitarre oder auch Akkordeon gespielt.

Der Pädagoge – er unterrichtet am Mattersburger Polytechnikum – ist in der burgenländischen Blasmusikszene kein Unbekannter. Er ist Gründungsmitglied der „Walbersdorfer Edelhofmusikanten“, die seit dem Jahre 1993 böhmisch-mährische Blasmusik zum Besten geben. Seitdem treten sie vorwiegend im Burgenland auf, wobei auch bereits Gigs in Österreich absolviert wurden. Im Jahre 2011 etwa waren sie Vorgruppe der „Edlseer“, weiteres Highlight war ein Auftritt beim „Woodstock der Blasmusik“.

Der dreifache Vater ist auch Organisator des Musikantenstammtisches im Walbersdorfer Gasthaus Schwentenwein. Diese Musikerzusammenkunft wurde 2005 von Gerhard Jagschitz und Stefan Zach in der Mattersburger Martinischenke ins Leben gerufen.

Die Veranstaltungsreihe kam rasch ins Rollen und es bestand schnell großes Interesse von Blasmusikgruppen aus ganz Österreich, dort aufzuspielen. Ende 2014 trat Jagschitz aus gesundheitlichen und familiären Gründen zurück.

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Gemeinsame Veranstaltungen. Pöttschacher organisiert mit Gerhard Jagschitz und Dani Arslan - im Bild bei einer Veranstaltung aus dem Jahre 2018 - den Musikantenstammtisch.
zVg

„Er bat mich, die organisatorischen Aufgaben zu übernehmen. Ein in meiner Heimatgemeinde stattfindendes Projekt, das jährlich so viele Menschen- Zuhörer und Musikanten gleichermaßen begeistert, ein Stück Wirtshauskultur, ein Stelldichein der renommiertesten Musikanten aus dem gesamten Burgenland durfte kein Ende finden“, so Pöttschacher.

Nun fungiert somit Pöttschacher als Organisator und seit Jänner 2015 wird unter Mithilfe von Jagschitz und Dani Arslan, Chefin des Gasthaus Schwentenwein, dort der Musikantenstammtisch abgehalten. Die nächsten Veranstaltungen sind nun einmal abgesagt. „Natürlich fehlt mir das Musizieren mit den Edelhofern sowie der Musikantenstammtisch. Die Maßnahmen der Regierung in dieser Art und Weise waren jedoch richtig“, so Pöttschacher abschließend.