Neudörfler spielt seit 45 Jahren Schlagzeug. In sieben Bands spielte Gerhard Moser bereits in seiner Schlagzeugkarriere. Angefangen in einer Tanzband, widmet er sich seit einiger Zeit mehr dem Blues und Rock‘n‘Roll.

Von Christian Artner. Erstellt am 31. Oktober 2020 (05:55)
Damals und heute. Mit 15 Jahren bekam Gerhard Moser sein erstes Schlagzeug. Mittlerweile sind 45 Jahre vergangen und Moser ist kein bisschen müde geworden: „Ich werde so lange Schlagzeug spielen, bis ich nicht mehr kann.“
BVZ

Ursprünglich wollte Gerhard Moser Kontrabass lernen. Sein Vater meinte damals allerdings: „Kontrabass, was ist das denn für Instrument?“ Viel zu groß sei es und zu wenig Platz im Haus. Danach standen Trompete und Bassflügelhorn auf der Shortliste des jungen Gerhard. Bei der Jugendkapelle, der er beitreten wollte, waren diese Instrumente aber bereits vergeben. Somit landete Moser beim Schlagzeug bzw. zunächst bei einer kleinen Trommel. Das war 1970, Moser war zehn Jahre alt. Was für die Familie der Anfang einiger lauter Nachmittage und Abende war, in denen Gerhard seine Eltern mehr als einmal an den Rande des Wahnsinns trieb, „weil ich so viel geübt habe“, war für Moser selbst der Beginn einer großen Liebe, die bis heute anhält.

Seit 45 Jahren sitzt er nun bereits am Schlagzeug (50 Jahre, zählt man die Zeit als kleiner Trommler hinzu), in sieben verschiedenen Bands spielte er, aktuell sind es zwei: eine Bluesband, die sich „Ten Years Again“ nennt und bei „Constantin Luger & die Kaisermelange“, der Band des Allroundkünstlers Constantin Luger.

„Ich bin mir sicher, dass ich so lange Schlagzeug spielen werde, bis ich nicht mehr kann“, und das soll noch mindestens bis zum 80. Geburtstag gehen, sagt Gerhard Moser

Mit fünfzehn Jahren, 1975, gründete Moser seine erste eigene Band. „‘The Flash‘ hießen wir damals und sind als Zweitband im Keller des Martinihofs aufgetreten, als die Bälle noch richtig gut besucht waren. Das war eigentlich der Zeitpunkt, ab dem ich mich intensiv mit Musik beschäftigt habe.“ Danach hatte er das Glück, in ein Tanzorchester einsteigen zu können. „Ich habe dann fünfundzwanzig Jahre auf Tanz gespielt, also die Hälfte meiner Karriere.“ Dort lernte Moser unter anderem Helmut Janska kennen, den damaligen Bandleader und Vater des Neudörfler Installateurs Ewald Janska. „Helmut hat mir unheimlich viel beigebracht . Er tritt übrigens heute noch als Alleinunterhalter auf.“ Fünfzig, achtzig oder sogar bis zu hundert Auftritte hatten sie zur besten Zeit jährlich. „Jedes Wochenende haben wir irgendwo gespielt und das über Jahre hinweg.“

Damals und heute. Mit 15 Jahren bekam Gerhard Moser sein erstes Schlagzeug. Mittlerweile sind 45 Jahre vergangen und Moser ist kein bisschen müde geworden: „Ich werde so lange Schlagzeug spielen, bis ich nicht mehr kann.“
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Später war Moser auch Teil einer Countryband, 2012 stieg er bei Constantin Luger ein. „Er hat mich für seine Soloprojekte als Percussionist engagiert und als Schlagzeuger für seine Band.“ Dort fühlt sich Moser nun pudelwohl, „weil ich jetzt schon seit einiger Zeit das spielen kann, was mir gefällt.“ Die Tanzmusik sei zwar auch nicht schlecht gewesen, aber im Inneren ist und bleibt Moser dem Rock’n‘Roll verhaftet: Deep Purble, Pink Floyd, Bruce Springsteen, natürlich die Beatles – „ich habe sogar ein Beatles-Tattoo“ –, Fendrich, Ambros und Danzer oder neuere Bands wie Wanda zählen zu Mosers Favoriten, der auch leidenschaftlicher Plattensammler ist und zuhause bis zu 500 LPs im Schrank hat. Aber auch der Blues läge ihm im Blut. „Die Musik mit meiner zweiten Band ‚Ten Years Again‘ taugt mir total.“ Eine Musikschule besucht oder tatsächlich professionellen Schlagzeugunterricht bekommen hat Moser nie. Stattdessen sei er Auto- und Audiodidakt. „Ich habe mir alles mehr oder weniger durchs Zuhören, durchs Horchen beigebracht. Ich könnte zwar nach Noten spielen, aber ich verlasse mich lieber auf mein Gefühl und mein Gehör.“

An zwei seiner unzähligen Auftritte erinnert sich Moser heute noch ganz besonders gern zurück. Mit „The Jailhouse Dogs“, ebenfalls eine Rock’n‘Roll-Kombo von Constantin Luger, spielte er bei einem Harley-Treffen am Faaker See vor 1000 Zuschauern. Der zweite unvergessliche Auftritt war bei „Rock The Roof“ in Schladming. „Eine Wahnsinnsstimmung, bei beiden Konzerten.“ Heuer hätte Moser auch mit der „Kaisermelange“ am Donauinselfest eine Bühne rocken sollen. Solche, aber auch die kleineren Auftritte, fehlen dem eingefleischten Musiker durch die coronabedingten Absagen natürlich sehr. Wenigstens gibt es noch die regelmäßigen Proben. „Die sind zur Zeit umso wichtiger.“

Ambitionen, neben dem Schlagzeug, den Percussions, dem Cajon und den Congas, weitere Instrumente zu lernen, hat Moser, der für die SPÖ im Gemeinderat sitzt, derzeit nicht. Eines hat er sich allerdings fest vorgenommen: „Dass ich so lange Schlagzeugspielen werde, bis ich nicht mehr kann. Ringo Starr, der Schlagzeuger von den Beatles und eines meiner Vorbilder, wurde im Juli achtzig Jahre alt und er spielt noch immer und geht auf Tournee. Auch Ginger Baker von ‚Cream‘ hat bis 80 Jahre gespielt. Ohne Musik geht bei mir gar nichts.“