Volksschule Neudörfl erstmals Schachlandesmeister

Erstellt am 01. Mai 2022 | 04:28
Lesezeit: 4 Min
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Nuri Sahin, Maximilian Lenzinger, Sebastian Tot, Christian Tot, Lorenz Grammanitsch, Cemal Bekdas und ihr Schachlehrer Werner Salamon.
Foto: zVg
Sechs Burschen der Volksschule Neudörfl wurden vor den Osterferien Landesmeister im Schach. Ihr Schachlehrer, Werner Salamon, ist stolz auf seine kleinen Großmeister.
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Seit mehr als 20 Jahren ist Werner Salamon aus Mattersburg Schachlehrer an der Volksschule in Neudörfl. Bei der heurigen Landesmeisterschaft konnten seine Schützlinge zum ersten Mal den heiß begehrten Landesmeistertitel erringen.

„Wir wurden vor ein paar Jahren schon einmal Zweiter, der Titel ist für uns aber eine Premiere“, berichtet Salamon, der außerdem an der Volksschule Draßburg Schach unterrichtet. Im Hauptberuf ist er Sonderschullehrer in Mattersburg und für die Integration hörbehinderter Kinder im Bezirk Mattersburg zuständig.

Das Turnier fand auch heuer wieder in Donnerskirchen statt. „In der Regel treten immer zwischen 15 und 20 Mannschaften an. Dieses Mal waren es durch Corona etwas weniger.“ Bis der Titel in trockenen Tüchern war, mussten vier Runden siegreich überstanden werden – was dann tatsächlich gelang. „Alles in allem war es eine souveräne Leistung von unserer Jungs“, so Salamon.

Nun bei Bundesmeisterschaft im Mai dabei

Durch den Sieg hat sich die VS Neudörfl für die Teilnahme an den Bundesschulschachmeisterschaften zwischen dem 22. und dem 25. Mai in Tschagguns, Vorarlberg, qualifiziert.

Ob sich das Neudörfler Team auch dort Chancen ausrechnet? „Das wird natürlich schwierig, weil dort die Besten eines jeden Bundeslandes spielen. Über einen guten Mittelfeldplatz würden wir uns aber schon freuen. Alles Weitere ist eine Draufgabe“, hält Salamon die Erwartungen tief, um sie dann hoffentlich später zu übertreffen. Er selbst weiß jedenfalls auch, wie man Siege im Schach erringt: Mehr als zehn Landesmeistertitel im Einzel stehen auf seiner Erfolgsliste.

Schulschach spielen in Neudörfl derzeit 24 Kinder. Einmal pro Woche findet eine Schachstunde statt, wobei jeweils zwischen einer Anfängergruppe und einer Fortgeschrittenengruppe unterschieden wird.

Bei den Anfängern lernen die Kinder hauptsächlich die grundsätzlichen Regeln, wie zum Beispiel die Figuren bewegt werden oder Schachmatt gesetzt wird. Die Fortgeschrittenen lernen zusätzlich Tricks, wie man eine Schachpartie am einfachsten gewinnen kann.

Um das Gewinnen von Landes- oder Bundesmeisterschaftstiteln, auch wenn es natürlich erfreulich ist, geht es Werner Salamon im Wesentlichen im Schulschach nicht, wie er betont. „Zuallererst sollen die Kinder Spaß am Spielen haben. Der Rest kommt von selbst.“

„Schach ist eine Lebensschule. Wie im richtigen Leben muss man ständig Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen umgehen lernen.“

Schach beschreibt Salamon treffend als eine Lebensschule. „Beim Schach muss man wie im richtigen Leben ständig Entscheidungen treffen und anschließend auch mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen leben und umgehen lernen. Macht man einen schlechten Zug, können Nachteile für einen entstehen, bei denen man dann schauen muss, wie man damit fertig wird.“

Einen Zug zurücknehmen sei im Schach genauso unmöglich wie im praktischen Handeln. „Es gibt die Regel Berührt-Geführt‘. Wer eine Schachfigur anfasst, muss mit dieser auch einen Zug machen.“

Schach habe außerdem etwas stark Verbindendes, so Salamon: „Das Spiel gibt es schon seit mehr als tausend Jahren. Überall auf der Welt wird Schach nach den gleichen Regeln gespielt. Man muss also gar nicht dieselbe Sprache mit jemandem sprechen, um miteinander Schach zu spielen.“ Auch zur Generationenverständigung kann Schach beitragen. „Schach kann man auch mit dem Opa spielen, der vielleicht nicht mehr so fit ist, dass es für Fußball reicht.“

Werner Salamons Ziel, der derzeit mit dem Schachclub Mattersburg in der Zweiten Österreichischen Bundesliga spielt, ist es deshalb, den Kindern die Schönheit des Spiels näher zu bringen. „Man muss nicht ständig vor dem Computer sitzen oder irgendwas am Handy machen.“

Abschließend noch die Frage, mit der man einen jeden Schachspieler ein wenig reizen kann: Ist Schach Sport? Salamons klare Antwort: „Natürlich! Bei den Erwachsenen kann eine Schachpartie fünf oder sechs Stunden dauern. Das erfordert höchste Konzentration. Man kann die ganze Partie hindurch gut spielen und am Ende macht man einen schlechten Zug und verliert die Partie.“ Dann ist es auch mit dem Motto eines jeden Schachspielers vorbei, das da nämlich heißt: „Lang lebe der König.“

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