„Wir sind alle fit und arbeiten unermüdlich“. Die Siglesser Allgemeinmedizinerin Dr. Sabine Neuberger-Schmitl über den Arbeitsalltag in Zeiten von Corona.

Von Christian Artner. Erstellt am 26. März 2020 (03:57)
Dr. Sabine Neuberger-Schmitl beruhigt: Lieferung und Abgaben von Medikamenten sind gesichert.
BVZ

Besondere Ereignisse und Zeiten sind immer auch ein Nährboden für Falschmeldungen und Gerüchte. Nicht nur rund um das Virus selbst kursieren sonderbare Tipps im Internet, wie man sich vermeintlich schützen könne, auch in kleinen Gemeinden können sich ganz spezifische Gerüchte verbreiten, zum Beispiel dass Allgemeinmedizinerin Dr. Sabine Neuberger-Schmitl ihre Ordination in Sigleß schließen würde, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus für alle zu vermeiden. „Ich höre das Gerücht jetzt zum ersten Mal und kann zum momentanen Zeitpunkt nur sagen, dass überhaupt nichts Wahres dahinter steckt. Wir alle sind Gottseidank gesund und fit und arbeiten weiterhin unermüdlich und am laufenden Band. Unsere Patienten erhalten, nach telefonischer Voranmeldung und detaillierter Vorevaluierung, viertelstündliche Termine. Jeder bekommt eine Behandlung und Medikamente, die auch gebraucht werden“, versichert Neuberger-Schmitl.

Teilweise möchten die Menschen auch bei Medikamenten Hamsterkäufe machen"

Woher das Gerücht stammen könnte, darüber kann sie selbst nur mutmaßen, was allerdings wiederum unredlich wäre, um es hier zu verbreiten. Stattdessen soll explizit noch einmal auf den letzten Punkt, nämlich den, der die Medikamentenversorgung betrifft, eingegangen werden: Es ist weder notwendig, noch im Sinne einer gelebten Solidarität, Medikamente auf Vorrat zu kaufen, erklärt Neuberger-Schmitl.

„Teilweise möchten die Menschen auch bei Medikamenten Hamsterkäufe machen. Wir verschreiben selbstverständlich gerne Medikamente für zwei Monate. Aber es hat keinen Zweck, sie für ein Jahr lang zuhause zu horten.“ Lieferung und Ausgabe sind gesichert, beruhigt die Allgemeinmedizinerin.

Um mögliche Ansteckungen zu verhindern und um für noch mehr Sicherheit zu sorgen, trifft die Ärztin in ihrer Ordination auch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Eine neu angebrachte Plexiglasscheibe am Empfangsschalter sorgt für eine weitere räumliche Trennung und Schutz sowohl für Assistentinnen, als auch für Patienten – neben den üblichen Sicherheitsabständen, zu denen jeder angehalten ist, sie auch einzuhalten, sowie Desinfektionsmitteln, um sich beim Betreten und Verlassen der Ordination die Hände zu reinigen.

„Es ist im Moment dringend notwendig, die praktischen Ärzte mit Schutzbekleidung auszustatten“

Auch Handschuhe und Schutzmasken verwendet die Ärztin, ebenso wie ihr Personal. Schutzmasken habe sie bereits vor drei Wochen selbst gekauft. „Es ist im Moment dringend notwendig, die praktischen Ärzte mit Schutzbekleidung auszustatten“, sagt sie. In ihrer Praxis sind bisher zwei Anrufe von Patienten eingegangen, die für sich den Verdacht geäußert haben, sich mit dem Virus infiziert zu haben.

Sollte jemand konkrete Symptome einer möglichen Infektion zeigen (Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden), sei nochmals darauf hingewiesen, auf keinen Fall in der Ordination persönlich vorstellig zu werden, sondern sich telefonisch zu melden oder die Gesundheitsberatungsnummer 1450 zu wählen.