Forschungsprojekt in Neudörfl: Beitrag zur Energiewende

Erstellt am 27. Februar 2022 | 05:50
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Dieter Posch (4. v.l.), Forschungsleiter Markus Puchegger (vorne, 2.v.r. ) sowie VertreterInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Foto entstand vor der Pandemie.
Foto: Foto. zVg
Die Marktgemeinde Neudörfl setzt bis 2024 mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft ein Energieforschungsprojekt zum Ausbau erneuerbarer Energien und Blackoutvorsorge um.
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Eine Energiewende, weg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energieformen, ist ein wichtiger Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. Dabei sind natürlich auch lokale politische Einheiten, wie Gemeinden, gefragt, einen Beitrag zu leisten. Deswegen wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Wirtschaft und der Gemeinde Neudörfl das Forschungsprojekt „RES² Community“ ins Leben gerufen. Geleitet wird das Projekt von der Forschung Burgenland GmbH bzw. der interdisziplinären Forschungsgruppe „Energy Transition“, die auf innovative Umsetzungsprojekte im Kontext der Energiewende spezialisiert ist.

„Ein wesentlicher Aspekt zum Gelingen der Energiewende ist es, den lokalen Austausch von Energie zu fördern“, erklärt Markus Puchegger, Projektleiter der Forschung Burgenland in einem Gespräch mit Bürgermeister Dieter Posch. „Damit können unter anderem lange Transportwege und der Zubau von Leitungen vermieden werden.“ Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung die Bildung sogenannter Energiegemeinschaften ermöglicht. Durch diese können die Beteiligten erstmals Energie über Grundstücksgrenzen hinweg produzieren, speichern, verkaufen und verbrauchen. Als Beispiel führt Puchegger eine Photovoltaikanlage des Nachbarn an: „Produziert diese Anlage gerade Strom, der in seinem Gebäude nicht zur Gänze verbraucht wird, macht es eine Energiegemeinschaft möglich, dass ich diesen Strom direkt und lokal von ihm beziehen kann. Die kürzeren Transportwege im Gegensatz zu Strombezug aus dem öffentlichen Netz führen dabei durch günstigere Netzgebühren sowie steuerlichen Vorteilen zu einer Kostenersparnis für die Mitglieder einer Energiegemeinschaft.“

Neudörfl wurde für dieses Forschungsprojekt gewählt, weil dort der Einsatz erneuerbarer Energien und der bewusste Umgang mit Energie bereits seit langem im Leitbild der Gemeinde verankert ist, so Puchegger. „Das Potential zur Erzeugung erneuerbarer Energie vor Ort ist enorm, die vorhandenen Dachflächen auf unterschiedlichsten Objekten sind hier ebenso hervorzuheben wie die Tatsache, dass das Wärmenetz Neudörfls mit Abwärme aus dem ortsansässigen Industriebetrieb gespeist wird.“

Neben der Forschung Burgenland ergänzt die TU Wien als wissenschaftlicher Partner das Projekt. Als Wirtschaftspartner sind die Energieversorger „Energie Burgenland“ und „KELAG Energie und Wärme“ involviert. Fundermax bringt sich ebenso in das Projekt mit ein. Förderungen stammen aus Mitteln des Klima- und Energiefonds, durchgeführt wird es im Rahmen des Programms „Smart Cities Demo Boosting Urban Innovation 2020“.

Der Erfolg der Energiegemeinschaften steht und fällt letztendlich mit der Beteiligung der Bevölkerung und der Betriebe. „Je mehr Teilnehmer eine Energiegemeinschaft hat, desto größer sind die Vorteile für den einzelnen und die Gemeinschaft“, so Puchegger. Voraussichtlich im April sollen deshalb die Neudörfler in einer eigenen Veranstaltung näher informiert werden.

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