Mattersburg: „Großer Bruder“ vom KUZ steht zum Verkauf

Erstellt am 10. März 2022 | 05:43
Lesezeit: 3 Min
Das in den Jahren 1970 bis 1972 errichtete Gebäude in der Mattersburger Innenstadt wurde nach selbem Stil wie das 1976 eröffnete Kulturzentrum errichtet: Dem Brutalismus.
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Die Bank Austria schloss bekanntlich in Mattersburg ihre Filiale, der Eigentümer hat das Gebäude nun auch zum Verkauf ausgeschrieben: Auf der Homepage einer Immobilienfirma wird das Gebäude um 948.000 Euro zum Verkauf angeboten. Bei der Immobilie handelt es sich um eine Besondere: Neben dem Kulturzentrum ist es eines von zwei Bauten, das im Stil des „Brutalismus“ erbaut wurde und im vergangenem Jahr wurde die Front und das Stiegenhaus auch unter Denkmalschutz gestellt. Und das Gebäude kann als „großer Bruder“ des Kulturzentrums bezeichnet werden, da es das erste im Stil des Brutalismus war (das Kulturzentrum kam danach).

„Der Brutalismus ist da anders“

Beide Bauten wurde von Architekt Herwig Graf entworfen. 1970 beauftragte die Sauerbrunner Sparkasse Graf mit der Planung für ihre Filiale in der Gustav Degengasse 15. „Die Sauerbrunner Sparkasse und ich haben den Brutalismus eigentlich ins Burgenland geholt. Wenn man sich heute die Bauten anschaut, sind das alles ‚Kist‘n“, es gibt eigentlich keine künstlerische Ader mehr. Der Brutalismus ist da anders“, berichtet Graf, um weiter auszuführen: „Zu dieser Zeit kam gerade die CAD-Technik (Anm.: Computer-Programm für technisches Zeichnen) auf.

Dies war ein Segen, denn beim Brutalismus musste man ganz genau konstruieren. Bei anderen Bauten konnte man mit dem ‚Verputz‘ Ungenauigkeiten kaschieren. Beim Brutalismus mit seiner Front war dies nicht möglich.“ In den Jahren 1970 bis 1972 wurde die Bankfiliale dann erbaut, im Jahre 1995 fanden großflächige Umbaumaßnahmen im Inneren und ein hofseitiger Anbau im Innenhof statt.

„Es wurde von unserer Organisation in den letzten Jahren eine Initiative gestartet, um erhaltenswerte Bauten unter Schutz zu stellen.“ Peter Adam

Unter Denkmalschutz gestellt Von Seiten des Bundesdenkmalamtes wurde die Front und das Stiegenhaus unter Denkmalschutz gestellt. „Es wurde von unserer Organisation in den letzten Jahren eine Initiative gestartet, um erhaltenswerte Bauten unter Schutz zu stellen. Das Gebäude der ehemaligen Sauerbrunner Sparkasse ist ein sehr gutes Beispiel für den Brutalismus“, berichtet Peter Adam vom Bundesdenkmalamt.

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