Nun ist in Forchenstein auch der Bankomat weg. Nachdem schon vor einiger Zeit die Landestankstelle geschlossen hat, folgte vor Kurzem die Raiffeisenbank, der Postpartner und jetzt schließlich die Commerzialbank.

Von Harald Leitner. Erstellt am 25. Juli 2020 (04:20)
Kein Bankomat mehr in Forchtenstein
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Zahlreiche Stimmen aus der Politik und Wirtschaft beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Commerzialbank-Skandals. Die Forchtensteiner FPÖ prangert nun die gesamte Infrastruktur in der Gemeinde an und sieht in vielen Punkten die SPÖ in der Schuld. Angefangen habe die Verschlechterung laut Freiheitlichen mit der Schließung der Landestankstelle: „Nach der Ego-Aktion des letzten Landeshauptmannes Niessl, der unbedingt ‚Landestankstellen‘ mit seinem Konterfei als Logo über das Burgenland ausbreitete, musste Forchtensteins einzige Tankstelle zusperren“ Die nächsten Tankstellen befinden sich in Mattersburg und Wiesen. „Pendler sind hierbei die Leidtragenden der SPÖ-Politik, denn sie müssen die teure Rechnung für einen missglückten Wahlkampfgag bezahlen“, heißt es in einer Presseaussendung.

Auch die Schließung der Postfiliale in Forchtenstein stößt der FPÖ sauer auf: „Die nächste Postfiliale ist in der Mattersburger Innenstadt. Sollte man das Glück haben ein Auto zu besitzen, dann ist man in 10 bis 20 Minuten vor Ort und verliert durch diese Aktion ‚nur‘ eine knappe Stunde seines Lebens. Leidtragende sind hierbei aber vor allem Pensionisten oder Alleinerziehende ohne Kfz, welche wegen eines ‚gelben Zettels‘ oder zur Abholung eines Paketes mit dem Bus einen halben Tag verlieren.“

Der Skandal rund um die Commerzialbank folgt auf die Schließung der Raiffeisenbankfiliale im Dezember des Vorjahres. „Forchtenstein besitzt nun weder eine Bank noch einen Bankomaten. Wer im Gasthaus etwas essen will oder einkaufen muss, sollte tunlichst eine Menge Bargeld mit sich führen oder hoffen, dass man beim Wirt und im Geschäft mit der Bankomatkarte bezahlen kann“, klagt die FPÖ. SPÖ-Bürgermeisterin Riki Reismüller ist aktuell bemüht, eine Lösung zu finden: „Wir suchen zurzeit nach einer Lösung, um eine Bank nach Forchtenstein zu holen, was vermutlich sehr schwierig wird. Zumindest einen Bankomaten wollen wir aber auf alle Fälle in der Gemeinde installieren.“

Die Freiheitlichen wollen sich weiter für die Verbesserung der Infrastruktur einsetzen. „Alle Bestrebungen der FPÖ, Infrastrukturmaßnahmen zu setzen – zuletzt mit der Forderung zumindest die Postpartnerschaft in der Gemeinde beizubehalten – wurden, teilweise unter hämischem Gelächter der Gemeindeführung, abgewiesen. Die FPÖ wird sich allerdings auch weiterhin dafür einsetzen, dass Forchtenstein eine lebenswerte Gemeinde bleibt mit einer entsprechenden eigenen Infrastruktur“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Christian Spuller.