Kapelle wurde wiederentdeckt

Matthias Tragl stieß auf unwegsamen Pfaden den Hausberg hinunter hinter dem Kloster auf die Lorettokapelle.

Judith Jandrinitsch
Judith Jandrinitsch Erstellt am 25. Juli 2018 | 04:12
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Wie aus einem Märchenbuch. Die Lorettokapelle wartet darauf, von einem Prinzen wachgeküsst bzw. wiederhergestellt zu werden.
Foto: Tragl

Matthias Tragl ist Mitglied des Österreichischen Tourismusklubs Sektion Rosalia (ÖTK Rosalia) und daher mit den Wanderwegen rund um Forchtenstein vertraut. Auf der Suche nach einer Kapelle war er eigentlich nicht, als er an jenem Tag den Hausberg hinunter ging.

Tragl erzählt: „Es gibt einen alten Weg vom Hausberg hinunter, den habe ich eigentlich gesucht. Das Gelände dort ist auch sehr verwachsen und nicht unbedingt zum Wandern geeignet. Plötzlich habe ich mir gedacht, da schau her, da sind ja Mauerreste, das kann einmal nur eine Kapelle gewesen sein.“

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Der begeisterte Hobby-Fotograf fotografierte die Mauerreste und schickte die Bilder an ÖTK-Obmann Josef Herzog. Dieser ist nicht nur ein versierter Wanderer, sondern auch ein erfahrener Hobby-Historiker, der sich intensiv mit der Geschichte Forchtensteins beschäftigt. Herzog erzählt: „Ich lese alles über Forchtenstein, was ich irgendwo erwische. Da habe ich in einem Buch auch gelesen, dass es eine Lorettokapelle gibt. Die Nikolaussäule habe ich auf dem Grundstück meines Cousins gefunden. Leider ist sie aber durch eine Traktorfräse stark beschädigt worden.“

Josef Herzog fand den Namen der Kapelle

Anhand der Beschreibungen in diesem Buch kam Herzog zu dem Schluss, dass es sich bei den Mauerresten nur um die Lorettokapelle handeln könnte. Herzog erzählt: „Es gibt schon noch ältere Menschen, die sich an diese Kapelle erinnern können. Nur ist niemand auf die Idee gekommen, dass es sich bei den steinernen Fragmenten am Hausberg um die Lorettokapelle handeln könnte. Und es weiß auch niemand, woher der Name stammt.“ Sein Vereinsfreund Matthias Tragl erklärt: „Im Herbst ist die Kapelle leichter zu sehen und zu erreichen. Wenn man herunten auf dem Klosterparkplatz steht und zum Telefonsendermast hinauf auf den Berg schaut, dann befindet sich die Kapelle genau zwischen Parkplatz und Sendemast.“