Keller sind bald leer. Mit einem blauen Auge kamen die Weinbauer durch die kalten Nächte. Ernte 2017 muss Verluste vom Vorjahr ausgleichen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. Mai 2017 (05:46)
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Strohballen entzündet. Winzer Toni Piribauer musste in einer der Frostnächte zu dieser Maßnahme greifen.
BVZ, zVg

Winzer Toni Piribauer vom gleichnamigen Heurigen bringt die Situation auf den Punkt: „Es ist sich gerade noch ausgegangen. Am 30. April, hatten wir bis zu eineinhalb Grad Minus, wir haben geräuchert, um die Luftschichten in Bewegung zu bringen. Das hat zum Glück funktioniert, dem vom Frost betroffenen Weingarten ist nichts passiert.“

Dieser Weingarten liegt in einer tiefen Lage neben der Autobahn. Gerade in tiefen Lagen sammeln sich in Sutten Frostseen. Die in der Fachsprache als Strahlungsfrost bezeichnete Kälte wird zur Gefahr für die jungen Triebe der Weinstöcke.

„Als es vor drei Wochen Ende April schneite, war die ganze Großwetterlage so. Dagegen kann man kaum etwas unternehmen“, gibt Piribauer den Unterschied zu den Frostnächten Ende April zu bedenken.

Ob Rieden gefährdet sind, liegt an der Lage

In eine ähnliche Kerbe schlägt Bio-Weinbauer Johann Waldherr vom Bio-Weinbaubetrieb Waldherr. „Vor zwei Wochen war die gefährliche Nacht jene von Donnerstag auf Freitag. Wir sind immer knapp neben Minusgraden gelegen, es sind anders als im vorigen Jahr um die selbe Zeit Wolken aufgezogen. Das war unser Glück“, meint Waldherr. Verschärft wird die Situation der Winzer seiner Meinung nach dadurch, „dass der Austrieb im März immer früher startet. Wir hatten den wärmsten März seit Jahrzehnten.“

Er hofft so wie Winzerkollege Franz Steiger jun., dass die heurige Ernte normal ausfällt. Zwar hat er seine Anbauflächen vor zwei Jahren vergrößert, doch der reale Ernteverlust von 50 Prozent vom Vorjahr, macht sich erst jetzt im Laufe des Jahres bemerkbar. Franz Steiger jun. vom Heurigen Steiger erklärt: „Wir brauchen heuer eine gescheite Ernte, denn die Weinkeller werden aufgrund des Ernteverlustes im Vorjahr sehr leer werden. Die Reserven werden sicher aufgebraucht.“