Kicker-Oma Anna Mörz: 102 Jahre jung. Anna Mörz feierte am 6. April Geburtstag. Die Großmutter von Ex-SVM Profi Michael Mörz hat vieles zu erzählen.

Von Julia Gabler. Erstellt am 15. April 2018 (05:46)
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Gratulanten. An Anna Mörz´ 102. Geburtstag kamen Gustav Hlobil und Heidi Dreschner zum Gratulieren vorbei.
BVZ

„Da kann man ein ganzes Buch schreiben“, sagte Anna Mörz vergangenen Freitag an ihrem 102. Geburtstag über ihr Leben. Die Großmutter von Fußballer Michael Mörz wurde am 6. April 1916 geboren und hat vieles erlebt.

Aus ihrer Kindergartenzeit ist ihr eine Erfahrung besonders in Erinnerung geblieben: „Ich war mit meiner Mutter am Jahrmarkt und sie kaufte mir eine neue Tasche, in die ich meine Jause hinein kann. Ich habe mich sehr gefreut. Am nächsten Tag am Weg in den Kindergarten habe ich dann mit dem Tascherl beim Bach gespielt und schwupps – landete das Tascherl im Bach und war fort.“

Anna Mörz blickt auf ein bewegtes Leben zurück

Ihre Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft, in der sie stets mitarbeitete. Mit nur 16 Jahren ging sie nach Wien, um für die Tochter einer Wiener Familie zu sorgen. „Erika war ein braves Kind, nachdem ich wieder zurück in Mattersburg war, haben wir trotzdem noch lange geschrieben“, erzählt Anna Mörz.

Nach dem Tod ihrer Eltern übernahm sie die kleine Landwirtschaft, die während des 2. Weltkrieges der sichere Hafen war: „Gehungert haben wir nie, wir haben den Nachbarn auf ihrem Acker geholfen, um Geld zu verdienen und im Garten hatten wir selbst alles angebaut, was wir brauchten“, schildert sie. Als nach dem Weltkrieg ihr Mann zurückkam, heirateten die beiden und bekamen zwei Kinder.

„Ich war immer ein zufriedener Mensch, ich habe viel gearbeitet und auch immer allen geholfen.“

Es gab aber auch schlechte Zeiten, als bei Anna Mörz Brustkrebs festgestellt wurde und ihr eine Brust wegoperiert wurde. Nach der OP hielt sie mit vier Damen, die ebenfalls Brustkrebs hatten, Briefkontakt. „Innerhalb von zwei Jahren sind alle gestorben, bis auf mich. Ich war sehr traurig, aber mein Mann hat mich immer getröstet“, erzählt sie.

Bereits an ihrem 100. Geburtstag war Landeshauptmann Hans Niessl zu Besuch, an dem etwas lustiges geschah: „Er hat gefragt, ob er mir ein Bussi geben darf, und hat mir dann eines gegeben“, lacht sie. Über ihr ganzes Leben sagt sie rückblickend: „Ich war immer ein zufriedener Mensch, ich habe viel gearbeitet und auch immer allen geholfen.“