Mattersburger Bebauungsplan ist am Weg. Die Gemeinde wird bei der Art der Bebauung in einem Bereich der Innenstadt mitsprechen können. ÖVP stimmte dagegen.

Von Richard Vogler. Erstellt am 28. August 2020 (05:13)
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Mattersburger Innenstadt I. Für die blau gekennzeichnete Fläche – im Bereich der Michael Kochstraße, der Wiener Straße, der Schubertstraße und des Martinsplatzes – wurde ein Teilbebauungsplan in die Wege geleitet.
Grafik: zVg

Bei der kürzlich abgehaltenen Gemeinderatssitzung wurde der Grundsatzbeschluss für die Aufstellung eines Teilbebauungsplanes im Bereich der Michael Kochstraße, der Wiener Straße, der Schubertstraße und des Martinsplatzes (er wird nun als Mattersburger Innenstadt I bezeichnet) beschlossen.

Teile dieses Gebietes beinhalten auch das geplante Impulszentrum von Martin Pucher sowie den Florianihof, welche im Zuge des Commerzialbank-Skandals von Konkursverfahren betroffen sind oder betroffen sein werden. Das Raumplanungsbüro AIR von Josef Schmidbauer hat bereits ein Angebot zum Preis von 11.280 Euro gelegt. Beim nächsten Tagesordnungspunkt wurde auch eine befristete Bausperre für dieses Gebiet erlassen, diese kann per Beschluss wieder aufgehoben werden. Die ÖVP stimmte gegen den Grundsatzbeschluss. ÖVP-Obmann Andreas Feiler vermisste bei seiner Wortmeldung die Sinnhaftigkeit für den Teilbebauungsplan.

Bürgermeisterin Ingrid Salamon entgegnete, dass die Stadtgemeinde bei der Stadtentwicklung somit mitreden könne und dies zeuge von Weitblick. Feiler hingegen sprach von „Postkommunismus.“ Im Gespräch mit der BVZ konkretisierte Feiler: „Das ist nicht im Sinne der Demokratie, wenn die Stadtgemeinde hier eingreift, wir leben in einer freien Marktwirtschaft. Durch den Teilbebauungsplan und den Baustopp gibt es eine Wertminderung für die Grundstücke.“

Salamon konnte die Ansicht von Feiler nicht nachvollziehen: „Es ist im Sinne der Stadt Mattersburg, wenn die Stadtgemeinde zum Beispiel bei der Höhe eines Bauwerkes mitreden kann. Wie so oft kann ich die Sichtweise der Opposition nicht verstehen. Ich denke, so was ist reiner Populismus.“