In diesen Gemeinden im Bezirk Mattersburg wird‘s spannend

Erstellt am 29. September 2022 | 05:12
Lesezeit: 4 Min
In Forchtenstein und Sieggraben gibt es aktuell keine absolute Mehrheit. In Pöttsching und in Loipersbach hat die SPÖ nur ein Mandat mehr als die restlichen Parteien zusammen.
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Am Freitag vergangener Woche bestand bereits die Gelegenheit, zur Wahlurne zu schreiten. Im Bezirk Mattersburg nahmen 12,82 Prozent diese Möglichkeit in Anspruch. Direkt in der Bezirkshauptstadt etwa gab es 651 Wahlabgaben (62 mehr als das letzte Mal) - was 10,6 Prozent bedeuten.

„Die steigende Wahlbeteiligung am vorgezogenen Wahltag bestätigt, wie wichtig dieses Angebot für die Wählerinnen und Wähler ist. Wichtig sei jedoch, dass auch diejenigen, die heute noch nicht wählen waren, am 2. Oktober von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, ruft Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf die Burgenländerinnen und Burgenländer auf zur Wahl zu gehen.

Die am vorgezogenen Wahltag abgegebenen Stimmen werden übrigens bis zum 2. Oktober verschlossen aufbewahrt. Sie werden nach Wahlschluss mit den übrigen abgegebenen Stimmen ausgezählt.

In den 18 Bezirksgemeinden (die Bezirkshauptstadt ist hier ausgenommen - diese Vorschau finden Sie auf Seite 16) kann man in vier Gemeinden von einer spannenden Gemeinderatswahl ausgehen.

In Forchtenstein stellt die SPÖ mit Friederike Reismüller zwar die Bürgermeisterin, im Gemeinderat gibt es für die „Roten“ jedoch keine absolute Mehrheit: 11 SPÖ-Mandatare stehen neun der ÖVP gegenüber. Harald Geisendorfer und Christian Spuller starteten als FPÖ-Mandatare in die Wahlperiode, traten aus der Partei jedoch aus und sind nun parteilose Mandatare (beide kandidieren nun für die „Freie Liste Sieggraben“).

Die gleiche Konstellation gibt es in Sieggraben: Mit Andreas Gradwohl ein regierender Bürgermeister, neun SPÖ-Sitze stehen neun ÖVP-Sitzen und einem für die „Zukunft Sieggraben“ (ZS) gegenüber. Die freie Liste wird heuer nicht mehr antreten, stattdessen will die FPÖ wieder in das Ortsparlament.

In Pöttsching gibt es zwar eine absolute Mehrheit, dennoch eine enge Konstellation: 12 Sitze SPÖ, 9 ÖVP, 1 FPÖ und 1 Grüner. Heuer treten nur mehr drei Parteien an, die Grünen stellen sich in Pöttsching nicht der Wahl.

Loipersbach: SPÖ und eine Liste

Eine besondere Ausgangslage gibt es in Loipersbach: Bei den Wahlen 2017 schaffte die SPÖ mit 50,6 Prozent nur knapp die absolute Mehrheit, die FPÖ fuhr mit 28,07 Prozent das beste Bezirksergebnis ein und die ÖVP hielt bei 21,35 Prozentpunkten. Den 10 SPÖ-Mandataren stehen fünf der FPÖ, 4 der ÖVP gegenüber. Die Freiheitlichen und die Volkspartei treten 2022 nicht als eigene Partei an, sondern wollen mit der Liste „Gemeinsam für Loipersbach“ die absolute Mehrheit holen.

Der Bezirk Mattersburg ist ein klar „rot“ dominierter Bezirk. 12 SPÖ-Bürgermeister, 6 ÖVP-Bürgermeister. Die einzige Gemeinde, in der es einen Bürgermeister mit einer Unabhängige Liste gibt, ist Bad Sauerbrunn. Dort feiert heuer Gerhard Hutter sein 20-jähriges Bürgermeisterjubiläum und die Liste Bad Sauerbrunn (LIBS) hat auch die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Heuer gibt es für die LIBS jedoch große Konkurrenz: Mit der SPÖ, der ÖVP, der FPÖ, den Grünen, den NEOS und der MFG treten sechs weitere Parteien an – so viel wie in keiner anderen Gemeinde im Bezirk Mattersburg. Selbst Gerhard Hutter erachtet es als äußerst schwierig, die absolute Mehrheit zu halten.

In anderen Kommunen sind die Fronten jedoch klar abgesteckt: In Hirm, Schattendorf, Baumgarten, Draßburg, Sigleß und Rohrbach holte die SPÖ 67 oder mehr Prozentpunkte – dort würde es einem Wahlwunder gleichen, würde die „Absolute“ fallen.

Und auch die SPÖ in Neudörfl (56,58) mit Bezirksparteiobmann Dieter Posch ist klarer Favorit. Dort werden jedoch drei Mandate „frei“: Jene von der PRO Neudörfl, die nicht mehr antritt. Bei den ÖVP-regierten Gemeinden hat – nimmt man das Wahlergebnis von 2017 als Grundlage – die Volkspartei zum Teil deutlich die Nase vorn: Krensdorf (63,7 Prozent bei den letzten Wahlen), Wiesen (62,3), Zemendorf-Stöttera (61,4), Antau (59,3) Pöttelsdorf (58,4) und Marz (56,4).

In allen 19 Bezirksgemeinden gibt es insgesamt neun Bürgermeister, die 207 ins Amt gewählt wurden und heuer nicht mehr antreten. In Wiesen hingegen gibt es einen, der seit 31 Jahren Bürgermeister ist: Matthias Weghofer, der nun eine weitere Amtsperiode anhängen will. Bei der SPÖ ist Dieter Posch der längstdienende Ortschef, er wurde 1997 ins Amt gewählt.

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